Ein 15-Jähriger ist in der Nacht zum Samstag auf einem Reiterhof bei Güglingen im Landkreis Heilbronn getötet worden. Sein 17 Jahre alter Bruder und sein 54 Jahre alter Vater kamen schwer verletzt ins Krankenhaus. Bei allen dreien stellte die Polizei Stichverletzungen fest. „Der Vater und der Bruder sind unseren Ermittlungen zufolge die einzigen Personen, die während der Tat anwesend waren“, so ein Polizeisprecher am Samstag. Bisher wird davon ausgegangen, dass die Messerstiche einem der drei Familienmitglieder zuzurechnen sind.

Toter in Güglingen - Hintergründe immer noch unklar

Auch am Montag bleiben die Hintergründe unklar. Nach wie vor könnten weder der Vater noch der Bruder des toten Jugendlichen vernommen werden, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Obduktion der Leiche sei zwar abgeschlossen, die Ergebnisse würden aber noch nicht veröffentlicht.

Unklar ist laut Polizei auch weiterhin, wann der Vater und der Bruder Angaben machen können. Beide seien „schwerstverletzt“, hatte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn bereits am Wochenende einem Reporter der SÜDWEST PRESSE bestätigt. Es sei nicht abzusehen, wann sie angehört werden könnten. Damit bleibe der Tathergang unklar. Nach Informationen der SÜDWEST PRESSE soll auf dem abseits gelegenen Hof nicht geschossen worden sein. Zur Mutter des toten Jungen wurden noch keine Angaben gemacht.

Jugendlicher stirbt auf luxuriösem Reiterhof in Güglingen

Der Tatort liegt am Ortsrand von Frauenzimmern, dem ältesten Stadtteil von Güglingen (rund 6100 Einwohner). 1963 war auf freiem Feld ein Aussiedlerhof errichtet worden, der 1969 in einen Reiterhof umgewandelt und kontinuierlich vergrößert worden ist. Um die 50 Pensionspferde sind dort untergebracht. Es gibt zwei Reithallen, eine Führanlage mit Longierzirkel, einen Sand- sowie einen Rasenspringplatz. „Wir legen großen Wert auf die Förderung des Freizeit- und Turniersports. Vom Kinderreitkurs bis zum leistungsorientierten Dressur- und Springkurs bieten wir ein vielfältiges Angebot an Aktivitäten und Kursen“, heißt es auf der Homepage der Familie.

Die nicht näher erklärte „Auseinandersetzung“ zwischen Vater und Söhnen trug sich allem Anschein nach im Privathaus der Familie zu. Zu dem weitläufigen Anwesen gehört auch ein Gebäude, das einer toskanischen Villa gleicht.

Die Tat hat sich nur Stunden abgespielt, nachdem im baden-württembergischen Rot am See sechs Menschen mit einer Schusswaffe getötet wurden. Ein Sportschütze wird verdächtigt, am Freitagmittag in der Gemeinde im Nordosten des Landes seinen Vater, seine Mutter und vier weitere Verwandte erschossen zu haben. Nach Angaben der Ermittler soll der junge Mann seine Opfer mit einer Pistole getötet und sich dann selbst bei der Polizei gemeldet haben.