In der Nacht zum Samstag war die Polizei verstärkt in der Innenstadt von Tübingen präsent, um das Alkoholkonsumverbot am Holzmarkt und Ordnungsstörungen zu überwachen. Auch der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt Tübingen befand sich im Einsatz. Zunächst befanden sich ca. 100 Personen am Holzmarkt, die zumindest teilweise alkoholische Getränke konsumierten. Die Personen wurden durch die Einsatzkräfte auf die geltenden Vorschriften hingewiesen. Sie zeigten sich einsichtig und ab 22.00 Uhr wurde kein Alkohol mehr konsumiert. Gegen 23.00 Uhr war der Holzmarkt leer.
Im Alten Botanischen Garten sammelten sich im Laufe des Abends ca. 300 Personen, die sich mehr und mehr in Feierlaune versetzten. Es wurde ausgiebig Alkohol konsumiert unter zeitgleicher Missachtung der Abstands- und Hygienevorschriften. Auch in der Uhlandstraße und in der Platanenallee war reger Personenverkehr zu verzeichnen.
Gegen 23.00 Uhr kam es auf der Platenenallee zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen. Hier wurden drei Personen von einer ca. 15-köpfigen Personengruppe mit Tritten und Faustschlägen traktiert. Sie wurden leicht verletzt. Kurz danach gerieten am Europaplatz drei jungen Frauen aneinander. Hier sprühte eine der Frauen den beiden anderen Tierabwehrspray ins Gesicht.
Kurz nach Mitternacht kam es in der Karlstraße erneut zu einem Angriff mit Pfefferspray. Eine bislang unbekannte Täterin sprühte ihrer Kontrahentin ins Gesicht. Diese wurde vom Rettungsdienst in die Klinik verbracht. Bei einer weiteren Schlägerei gegen 00.30 Uhr am Lustnauer Tor wurden drei Personen verletzt und danach vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Eine halbe Stunde später kam es Am Stadtgraben, am Abgang zum Alten Botanischen Garten, zu einer körperlichen Auseinandersetzung unter ca. 15 Personen. Einer der Beteiligten musste vom Rettungsdienst zunächst vor Ort behandelt und dann ins Krankenhaus gebracht werden.
Kurze Zeit später wurde erneut beim Lustnauer Tor bei einer Schlägerei unter mehreren Personen eine Person verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert. Die zunächst einschreitenden Beamten der Bundespolizei wurden mit Fäusten traktiert und leicht verletzt. Im Zuge der polizeilichen Maßnahmen mit Unterstützung von hinzukommenden Beamten des Tübinger Polizeireviers solidarisierten sich Umstehende und versuchten, die Festnahme eines Tatverdächtigen zu verhindern. Bei den Widerstandshandlungen und tätlichen Angriffen wurden auch diese beiden Polizeibeamten verletzt, einer konnte seinen Dienst nicht mehr fortsetzen.
Im Botanischen Garten wurden die Menschen gegen 01.00 Uhr mehrfach aufgefordert, sich zu entfernen. Dieser Aufforderung wurde nur vereinzelt Folge geleistet. Stattdessen wurden die Einsatzkräfte fortwährend beschimpft. Im Rahmen der anschließenden Räumung wurden aus der Menge zwei Glasflaschen in Richtung der Polizei geworfen, ohne dass die Einsatzkräfte getroffen wurden. Der Tatverdächtige wurde identifiziert und wird angezeigt.
Die polizeilichen Ermittlungen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, tätlichen Angriffs gegen Polizeibeamte und den beschriebenen Körperverletzungsdelikten dauern an.