Über das Geschehen war bereits am 15. Juni 2020 berichtet worden, nachdem am 07. Juni 2020 in einer Kühltruhe eines Mehrfamilienhauses im Landkreis Reutlingen der Leichnam eines weiblichen Säuglings von einem Hausbewohner entdeckt worden war. Die durchgeführten Ermittlungen hatten zunächst ergeben, dass es sich bei der 48-jährigen Frau aus dem Landkreis Reutlingen um die leibliche Mutter des toten Säuglings handelt.
Nach Abschluss der Ermittlungen legt die Staatsanwaltschaft der Angeschuldigten nunmehr folgendes zu Last:
Die heute 48-jährige Angeschuldigte war ab einem nicht mehr genau feststellbaren Zeitpunkt Anfang des Jahres 2018 von ihrem damaligen Ehemann schwanger, verheimlichte die Schwangerschaft jedoch vor ihrem Ehemann und auch vor Freunden und Verwandten. Im Herbst des Jahres 2018 setzten an einem heute nicht mehr rekonstruierbaren Tag bei der Angeschuldigten die Geburtswehen ein.
Die Angeschuldigte soll nachfolgend alleine ein lebensfähiges und auch lebendes weibliches Kind Zuhause auf die Welt gebracht haben. Weder vor, während oder nach der Geburt soll die Angeschuldigte ärztliche Hilfe eingeholt haben. Vielmehr soll die Angeschuldigte die Nabelschnur selbstständig abgeklemmt, durchgeschnitten und das Kind anschließend in den Arm genommen und fest an sich gedrückt haben. Währenddessen habe es aufgehört zu atmen. Das Versterben des Kindes soll die Angeschuldigte zumindest billigend in Kauf genommen haben.
Anschließend legte die Angeschuldigte das Kind in einer Tiefkühltruhe ab, wo es schließlich am 07.06.2020 gefunden wurde.
Die Angeschuldigte befindet sich nach wie vor auf freiem Fuß.