Ein 40-jähriger Mann war mit Schweißarbeiten auf dem Dach des Gebäudes beschäftigt, als es aus noch ungeklärter Ursache zu einer Gasexplosion in einem Lüftungsschacht kam, wie das Polizeipräsidium Reutlingen berichtet. Dadurch entstand ein Feuer auf dem Dach, bei welchem der Dacharbeiter schwere Brandverletzungen erlitt und in eine Klinik eingeliefert werden musste. Die Flammen konnten durch einen weiteren Arbeiter noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr gelöscht werden, so das Polizeipräsidium weiter.
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Schäden in Millionenhöhe

Zusätzlich wurde durch die Wucht der Explosion das Gebäude erheblich beschädigt. An einer Fassade sind sämtliche Fenster zerborsten, einige Zimmer und Flure im Gebäude sind stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Höhe des Sachschadens dürfte nach ersten Schätzungen im siebenstelligen Bereich liegen. Neben mehreren Streifenbesatzungen waren auch 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr Reutlingen und ein Rettungswagen im Einsatz. Die Ermittlungen hat das Kriminalkommissariat Reutlingen übernommen.

Alarm über Brandmeldeanlage

Kurz nach 9 Uhr löste die automatische Brandmeldeanlage der Fachhochschule einen Brandalarm aus und alarmierte die Feuerwehr. Noch während die Feuerwehr Reutlingen zur Einsatzstelle ausrückte, kamen weitere Notrufe in der integrierten Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst Reutlingen an. Die Anrufer berichteten über eine Rauchentwicklung auf dem Gelände der Fachhochschule. Die Leitstelle alarmierte aufgrund der Anrufer weitere Kräfte zur Einsatzstelle, so dass ein kompletter Löschzug bestehend aus den Kräften der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte vor Ort zur Verfügung stand.

Arbeiter bringen Verletzten ins Krankenhaus

Vor Ort fanden die Einsatzkräfte zunächst eine unklare Lage vor. Eine Firma hatte im Dachbereich des vierstöckigen Gebäudes Abdichtungsarbeiten durchgeführt. Ein Mitarbeiter der Kolonne erlitt schwere Brandverletzungen, wurde jedoch von seinem Kollegen noch vor Eintreffen der Rettungskräfte mit dem Privatfahrzeug in die Notaufnahme gefahren.

Lüftungsanlage komplett zerstört

Die eintreffenden Einsatzkräfte konnten keine Rauchentwicklung mehr feststellen, leiteten daher eine Erkundung der Lage ein um weitere Gefahren auszuschließen. Bei der umfangreichen Erkundung des Einsatzleitungsdienstes der Feuerwehr Reutlingen stellte sich heraus, dass die im Untergeschoss des Gebäudes befindliche Lüftungsanlage komplett zerstört wurde. Darüber hinaus wurden Teile der abgehängten Decke in den angrenzenden Flurbereichen des Kellers stark beschädigt.
Die erweiterte Erkundung ergab eine Zerstörung von Brandschutztüren in jedem Geschoss eines Versorgungsturmes, der sich an der Stirnseite des Gebäudes befindet. „Zum Zeitpunkt der Verpuffung hielten sich glücklicherweise keine Personen im Gebäude auf“, heißt es im Bericht der Feuerwehr weiter.

Kanzler berät die Rettungskräfte

Aufgrund der unklaren Lage zog der Einsatzführungsdienst der Feuerwehr Reutlingen die Leitung der Fachhochschule, sowie die technischen Dienste der Fachhochschule hinzu. Der Kanzler der Fachhochschule, Alexander Leisner, machte sich selbst ein Bild vor Ort und zog weitere Fachbereichsleiter aus dem betroffenen Gebäude hinzu, um mögliche Auswirkungen und Gefahren aufgrund der laufenden Forschungsversuche in den Laboren zu klären. Vorsorglich hat die Feuerwehr die zentralen Zuleitungen aller technischen Gase sowie die Erdgaszufuhr abstellen lassen.

Brandnester im Dachbereich

Kleinere Brandnester im Dachbereich konnte die Feuerwehr sehr schnell löschen. Da die Lüftungsanlage des Gebäudes nicht mehr funktionsfähig war, musste geklärt werden welche Gefahren von den laufenden Forschungsversuchen ausgehen. Hierzu wurden vom Kanzler der Fachhochschule Laboringenieure und Mitarbeiter aus den entsprechenden Laboren hinzugezogen. In den Laboren lagern teilweise Gefahrgüter in speziell gesicherten Schränken, Abzügen und Anlagen, so dass deren Funktionsfähigkeit geprüft werden musste.

Betroffene Labore kontrolliert

Alle Labore des betroffenen Gebäudes wurden von der Feuerwehr und den Mitarbeitern und Technikern der Fachhochschule begangen und geprüft. Vorsorglich werden einige Gefahrgüter in andere Gebäudeteile der Fachhochschule mit vergleichbaren Sicherheitseinrichtungen und Lagerungsmöglichkeiten verlagert. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Ursache aufgenommen.
Im Einsatz waren die Berufsfeuerwehr und die Abteilung Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte. Der DRK-Ortsverein Reutlingen löste im Laufe des Einsatzes den Rettungsdienst ab und übernahm die sanitätsdienstliche Absicherung des Einsatzes. Die Abteilung Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte stellte durch die Wachbesetzung mit weiteren Einsatzkräften zudem den Grundschutz für weitere Einsätze sicher und rückte zu zwei Kleinbränden aus. Parallel zu dem Einsatz an der Fachhochschule ereignete sich auch noch ein Großbrand in Eningen. Hierzu entsendete die Feuerwehr Reutlingen ebenfalls Einsatzkräfte zur Unterstützung.