Am späten Donnerstagabend kam es erneut zu zwei Bränden in der Reutlinger Oststadt. In der Gratianusstraße brannten zwei hochwertige Personenkraftwagen in einem Carport. Das Feuer griff sehr schnell auf den Carport über. Fast zeitgleich wurde die Feuerwehr Reutlingen zu drei brennenden Müllbehältern an der Sporthalle des Berufsschulzentrums in die Krämerstraße alarmiert.

Die erste Alarmierung erfolgte nach Angaben der Feuerwehr um 22.38 Uhr. Anwohner meldeten Feuer in einem halboffenen Carport in dem mehrere Fahrzeuge brennen sollten. Die integrierte Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst entsendete daraufhin den Löschzug der Berufsfeuerwehr und alarmierte weitere Kräfte der Abteilung Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte, die den Löschzug nach kurzer Zeit mit einem weiteren Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug und einem Tanklöschfahrzeug ergänzten.

Autos brannten in voller Ausdehnung

Beim Eintreffen des Einsatzleiters um 22.48 Uhr brannten zwei Personenkraftwagen in voller Ausdehnung. Das Feuer hatte bereits das Dach und die Umfassungswände des Carports erfasst. Die Hitzeentwicklung zum angrenzenden Wohnhaus war so groß, dass bereits die Scheiben der Hauseingangstüre gesprungen waren. Auch hatte die holzverkleidete Fassade des Gebäudes erheblichen Schaden genommen.

Nachdem keine Personen in Gefahr waren, ließ der Einsatzleiter eine Riegelstellung zur Kühlung der Fassade mit einem Löschrohr zum Wohnhaus aufbauen. Mit drei weiteren Rohren wurde ein umfassender Löschangriff auf die brennenden Fahrzeuge und den Carport durchgeführt. Mit der neuen Drehleiter, welche die Feuerwehr erst kürzlich für 830 000 Euro in Dienst gestellt hatte, konnte die Einsatzstelle ausgeleuchtet und die Löscharbeiten unterstützt werden.

Feuerwerk als mögliche Ursache

Schwierigkeiten bereiteten den Feuerwehrleuten die tiefen Temperaturen: Aufgrund der Minusgrade ließen sich die Hydrantendeckel nur mit einem Auftaugerät öffnen. Das abfließende Löschwasser gefror auf der Straße, sodass die Technischen Betriebsdienste mit einem Streufahrzeug nachgefordert werden mussten.

Die Polizei geht davon aus, dass Feuerwerkskörper den Brand entfacht haben könnten, wie ein Sprecher am Freitag sagte. Zeugen hatten demnach am Donnerstagabend in der Nähe Menschen gesehen, die Böller gezündet hätten. In dem Carport wurden zwei hochwertige Autos komplett zerstört. Auch eine angrenzende Hauswand wurde laut Polizei durch den Rauch beschädigt. Die Feuerwehr löschte den Brand, verletzt wurde niemand.

Sechsstelliger Schaden

In der Gratianusstraße war die Feuerwehr Reutlingen mit acht Fahrzeugen und rund 20 Einsatzkräften der Abteilungen Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte stundenlang vor Ort. Vom Rettungsdienst waren vorsorglich ein Rettungswagen sowie der Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes vor Ort. Die Polizei sperrte die Einsatzstelle ab, die Kriminalpolizei und die Spurensicherung haben die Ermittlung der Brandursache aufgenommen. Die Schadenshöhe beläuft sich nach Schätzungen der Feuerwehr wohl auf rund 180 000 bis 200 000 Euro belaufen.

Paralleleinsatz am Berufsschulzentrum

Zum Zeitpunkt als die Löschfahrzeuge noch auf der Anfahrt waren, meldeten Passanten, dass direkt an der Sporthalle des Berufsschulzentrums Müllbehälter brannten. Die Leitstelle entsendete ein weiteres Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte zu dieser Einsatzstelle. Mit einem Rohr konnte der Brand rasch abgelöscht werden. Die Sporthalle und der angrenzende Anbau wurden kontrolliert. Es war kein weiterer Schaden entstanden.

Um 23.37 wurde die Feuerwehr erneut mit einer unklaren Brandmeldung, diesmal ins Industriegebiet In Laisen, alarmiert. Da die Einsatzkräfte noch in der Gratianusstraße gebunden waren, rückte hier der zweite Löschzug aus der Feuerwache in der Hauffstraße, besetzt von der Abteilung Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte, aus. Beim Eintreffen an der Straße Am Heilbrunnen stellte sich heraus, dass es sich um eine Dampfbildung an einem Kühlaggregat handelte. Die Feuerwehr konnte unverrichteter Dinge wieder zur Feuerwache einrücken.

Einsatzende gegen 1.30 Uhr

Da zu diesem Zeitpunkt beide Löschzüge der Feuerwache im Einsatz waren, wurde die Abteilung Freiwillige Feuerwehr Betzingen zur Absicherung von Folgeeinsätzen im Stadtgebiet nachalarmiert. Kurz vor ein Uhr kam es dann tatsächlich zu einem weiteren Einsatz, als es im Stadtgebiet eine Türe zu sichern galt. Einsatzende für die Feuerwehrleute war am heutigen Tag gegen 1.30 Uhr.