Zwiefalten ZfP hält ein neues Behandlungsangebot vor

Dr. Alexander Baier (l.), Chefarzt der Abteilung Neuropsychiatrie im ZfP, und Martin Eggler, pflegerischer Abteilungsleiter, leiten das neue Zentrum dual.
Dr. Alexander Baier (l.), Chefarzt der Abteilung Neuropsychiatrie im ZfP, und Martin Eggler, pflegerischer Abteilungsleiter, leiten das neue Zentrum dual. © Foto: Privat
Zwiefalten / swp 29.11.2018

Die gesamtmedizinische Versorgung von schwer geistig behinderten Erwachsenen soll verbessert werden. Hierzu hält das ZfP Südwürttemberg am Standort Zwiefalten seit Oktober mit dem neuen Medizinischen Behandlungszentrum für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen (MZEB) ein neues Behandlungsangebot vor.

Dr. Alexander Baier, Chefarzt der Abteilung Neuropsychiatrie im ZfP am Standort Zwiefalten, und Martin Eggler, pflegerischer Abteilungsleiter, leiten das neue Zentrum dual.

„Viele Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung wurden in einem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) allumfassend versorgt und fallen als junge Erwachsene aus diesem System heraus“, erklärt Baier. Das neue MZEB stellt somit eine Folgeeinrichtung dar und schließt eine Lücke in der medizinischen Versorgung dieser Patientengruppe. „Die Zielgruppe des MZEB konnte im bisherigen Versorgungssystem der niedergelassenen Ärzte nicht ausreichend versorgt werden. Nun ist dies endlich möglich“, verdeutlicht Prof. Dr. Gerhard Längle, Regionaldirektor Alb-Neckar des ZfP Südwürttemberg.

Zielgruppe des Zentrums sind schwer geistig behinderte Erwachsene, die gleichzeitig auch schwerwiegende Kommunikations- und Verhaltensstörungen aufweisen. Diese führen laut Baier dazu, dass die Patientinnen und Patienten nicht wartezimmerfähig sind. Eine gute medizinische Behandlung ist deshalb oftmals schwierig. Aufnahmekriterien sind des Weiteren ein Alter von mindestens 18 Jahren sowie ein Grad der Behinderung von mindestens 70 Prozent. Indikationen sind auch angeborene oder erworbene schwere neurologische Erkrankungen.

Der zuständige Hausarzt überweist die Patienten direkt an das MZEB. Das Behandlungszentrum übernimmt die Aufgabe, die gesamtmedizinische Versorgung zu koordinieren. In Zwiefalten finden die Diagnostik und Behandlung vor Ort statt. „Wir haben auch die Möglichkeit, bei einer ausgeprägten psychischen Krankheit an unsere psychiatrische Spezialambulanz zu überweisen“, berichtet Baier.

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