Viel fehlte nicht, und die Polizei hätte den Unfall verhindert. Denn bereits um 7.45 Uhr erhielten die Beamten den Hinweis, dass die 14-jährige mit dem Skoda ihres Vaters illegal unterwegs sei. Die Polizei nahm umgehend die Ermittlungen auf und fahndete nach dem Fahrzeug. Doch die Beamten kamen zu spät: als sie die 14-Jährige erreichten, hatte diese bereits einen folgenschweren Verkehrsunfall verursacht. „Ersten Ermittlungen zufolge soll sie mit dem Skoda von Riedlingen in Richtung Uttenweiler gefahren sein. Dabei verlor sie in Göffingen die Kontrolle über das Fahrzeug, kam auf die Gegenfahrbahn und prallte gegen die Leitplanke“, heißt es im Bericht des Polizeipräsidiums Ulm. Doch dabei blieb es nicht: „Durch die Wucht des Aufpralls schleuderte sie zurück und stieß gegen einen Mercedes. Der war in Richtung Riedlingen unterwegs. Durch den Zusammenstoß löste sich ein Rad an dem Skoda. Ein Teil davon traf einen Seat. Das Fahrzeug der Jugendlichen streifte dann einen Mazda, der ebenfalls in Richtung Riedlingen unterwegs war. Ihm folgte ein Opel. Der 74-jährige Fahrer sah die Gefahr und bremste. Einen Zusammenstoß konnte er dennoch nicht verhindern. Auch ein Pkw, der neben der Fahrbahn stand wurde durch umherfliegende Teile beschädigt.“

Vier Verletzte

Die 14-Jährige, die sich nicht angeschnallt hatte, wurde durch die Wucht des Aufpralls bis in den Kofferraum des Skoda geschleudert. Sie wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Die 51-jährige Fahrerin des Mercedes, der 33-jährige Lenker des Mazda sowie der 74-Jährige wurden bei dem Unfall leicht verletzt. Rettungswägen brachten sie in Kliniken. Die Fahrzeuge waren nach dem Unfall nicht mehr fahrbereit. Sie wurden entweder durch die Fahrzeugbesitzer selbst oder Abschlepper geborgen. Den Gesamtsachschaden an den Fahrzeugen schätzt die Polizei auf ungefähr 100.000 Euro. Nach dem Unfall war die B312 für etwa zwei Stunden voll gesperrt. Eine örtliche Umleitung wurde eingerichtet. Die Verkehrspolizei Laupheim (07392/96300) hat nun die Ermittlungen aufgenommen.

Zahlreiche Rettungskräfte vor Ort

Aufgrund einer Vielzahl an Notrufen und der zunächst unklaren Situation alarmierte die Leitstelle zahlreiche Rettungskräfte an die Einsatzstelle. Neben der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr Unlingen, die mit den Abteilungen Göffingen und Unlingen ausrückte, wurden zur Überlandhilfe auch der Rüstzug der Freiwilligen Feuerwehr Riedlingen und die Freiwillige Feuerwehr Dürmentingen alarmiert. Der Rettungsdienst war mit drei Notarzt-Einsatzfahrzeugen und drei Rettungswägen des DRK und des ASB vor Ort, außerdem machte sich der stellvertretende Kreisbrandmeister Klaus Merz einen Bild von der Lage vor Ort. Der Rettungshubschrauber „Christoph 22“ landete auf der Bundesstraße, wurde aber nicht mehr benötigt.
Von der Feuerwehr wurde die Unfallstelle abgesichert, die Bundesstraße voll gesperrt und der Brandschutz sichergestellt. Glücklicherweise waren keine Personen in ihren Fahrzeugen eingeklemmt oder eingeschlossen, sodass die Feuerwehren aus Riedlingen und Dürmentingen rasch aus dem Einsatz ausgelöst werden konnten. Die Feuerwehren Unlingen und Göffingen waren noch bis zur Bergung der Unfallfahrzeuge und Säuberung der Fahrbahn vor Ort und konnten gegen 11 Uhr den Einsatz beenden.