Die Seniorin wurde am Nachmittag von einer bislang unbekannten Frau auf Russisch im Bereich der Schule im Park angesprochen und auf einer dortigen Parkbank in ein Gespräch verwickelt.

„Verhexter“ Schmuck zur „Reingung“ übergeben

Die Unbekannte erklärte der älteren Frau, dass deren Tochter schwer krank sei und bald sterben werde. Sie sei aber eine Wunderheilerin und könne den Fluch beenden, wenn die Seniorin ihr angeblich verhextes Geld sowie ihren verhexten Schmuck "zur Reinigung" übergebe. Um die Lügengeschichte zu untermauern, kam während des Gesprächs eine Komplizin hinzu und übergab der Betrügerin Bargeld und Schmuck, das diese vor Ort mit verschiedenen Ritualen überzog und anschließend zurückgab.

Schwarzer Punkt im Eidotter soll Tod der Tochter vorhersagen

Weiterhin musste das Opfer in einem nahegelegenen Einkaufsmarkt Eier kaufen und zu der Parkbank zurückkommen. Dort zerdrückte die Täterin ein Ei, verwies auf einen schwarzen Punkt im Dotter und erklärte, das sei ein Zeichen für den vorausgesagten Tod der Tochter. Zusammen mit der Komplizin holte die 83-Jährige danach aus ihrer Wohnung mehrere tausend Euro Bargeld sowie Schmuck und traf sich mit der angeblichen Wahrsagerin an der Landschaftstreppe. Dort wickelte die Unbekannte die Wertsachen in verschiedene Tücher und übergab nach mehreren Ritualen diese der Geschädigten mit der Anweisung zurück, die Tücher längere Zeit nicht zu öffnen.

Kriminalpolizei bittet um Mithilfe aus der Bevölkerung

Zuhause bemerkte die ältere Frau jedoch, dass sich in den Tüchern anstelle ihrer Wertsachen nur noch Papierschnipsel befanden und erstattete Anzeige. Die falsche Wahrsagerin ist etwa 30 bis 40 Jahre alt, zirka 165 cm groß und schlank. Sie hat blonde Haare mit einem Pagenschnitt und war mit einem dunkelgrauen Blazer bekleidet. Ihre vermutlich gleichaltrige Komplizin ist etwa gleich groß, hat eine untersetzte Figur und war dunkel gekleidet. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und nimmt Hinweise auf die beiden Betrügerinnen unter Telefon (07 11) 341 698 300 entgegen.