Verantwortungslose Erwachsene hat die Verkehrspolizei Esslingen bereits am ersten Schultag nach den Sommerferien bei der Überwachung der Schulwege zur Anzeige bringen müssen. Gegen acht Uhr hielten die Beamten im Carl-Orff-Weg in Plochingen innerhalb nur weniger Minuten drei Autofahrer an, die ein Kind ohne jegliche Sicherung im Auto beförderten. Auch in der Eberhard-Bauer-Straße in Esslingen stellten die Polizisten um die Mittagszeit bei mehreren Erwachsenen eine erschreckende Verkehrsmoral fest. Kurz vor 11.30 Uhr stoppten sie einen BMW, in dem ein elf Monate altes Kind völlig ungesichert auf dem Schoß einer ebenfalls nicht angegurteten Mitfahrerin auf dem Rücksitz saß. Darüber hinaus hatte auch die Beifahrerin den Sicherheitsgurt nicht angelegt. Da für das Kind kein geeigneter Sitz vorhanden war, wurde die Weiterfahrt untersagt. Nur wenig später durften drei weitere Autofahrer ihre Fahrt ebenfalls zunächst nicht fortsetzen. Eine Vierjährige war vom Fahrer in einen Sitz gesetzt, jedoch nicht angegurtet worden. Ein schlechtes Vorbild gab auch ein Vater ab, der seinen dreijährigen Sohn in einem lose auf dem Beifahrersitz stehenden Kindersitz mitgenommen hatte und überdies selbst nicht angeschnallt war. Alle Fahrer erwartet nun ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro sowie ein Punkt in der Verkehrssünderdatei in Flensburg. Mit 30 Euro wurde zudem ein Mann verwarnt, der eine Sechsjährige zwar mit Gurt auf der Rückbank beförderte, aber keine erforderliche Sitzerhöhung dabei hatte. Der Gurt verlief daher direkt über den Kehlkopf des Mädchens. Die Polizei appelliert nachdrücklich an die Erwachsenen, ihrer Verantwortung gegenüber den beförderten Kindern gerecht zu werden und diese vorschriftsmäßig zu sichern. Ein Verkehrsunfall selbst mit geringer Geschwindigkeit kann für ein nicht oder nur unzureichend gesichertes Kind fatale Folgen haben. Die Verkehrskontrollen werden insbesondere im Rahmen der Aktion "Sicherer Schulweg" fortgesetzt.