Kurz vor 19 Uhr bemerkten Polizeibeamte den Brand in einer Arrestzelle des Polizeireviers und bekämpften den Brand mittels eines Feuerlöschers. Parallel wurde durch die Polizei vorsorglich die Freiwillige Feuerwehr Nürtingen alarmiert, die mit einem Löschzug – einem Einsatzleitwagen, zwei Löschgruppenfahrzeugen und der Drehleiter – anrückte.

25 Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort

Insgesamt waren 25 Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort, hinzu kamen weitere Kräfte des Rettungsdienstes. „Die Feuerwehr betrat das Revier mit einem Atemschutztrupp, konnte allerdings kein offenes Feuer mehr in der Zelle vorfinden“, erklärte Nürtingens Abteilungskommandant Florian Henzler gegenüber der Nürtinger Zeitung.

Zelleninsasse wurde verletzt

Gebrannt hatten demnach Kleidungsstücke des Zelleninsassen sowie eine Decke. Der mutmaßliche Brandstifter wurde verletzt und vom Rettungsdienst versorgt. Die Polizei ermittelt nun, wie es dem Mann möglich sein konnte, in seiner Zelle das Feuer zu legen. Für die Freiwillige Feuerwehr Nürtingen war dies nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbandes Esslingen-Nürtingen bereits der sechste Einsatz in den vergangenen zwei Tagen.

Feuerzeug gefunden

Das Polizeipräsidium Reutlingen fasste den Vorgang in einer Pressemitteilung zusammen: Wegen Brandlegung und Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt die Kriminalpolizeidirektion Esslingen gegen einen 30-Jährigen, der am Dienstagabend in der Gewahrsamseinrichtung des Polizeireviers Nürtingen gezündelt hat. Kurz vor 19 Uhr wurden die Beamten durch den Rauchmelder alarmiert.

Bei der Suche nach der Ursache entdeckten sie, dass der alkoholisierte 30-Jährige, der sich in der Ausnüchterungszelle befand, dort versucht hatte, mit einem Feuerzeug ein Bekleidungsstück in Brand zu setzen. Der durch das schmorende Kleidungsstück verursachte Qualm hatte den Rauchmelder ausgelöst. Der Schmorbrand konnte mittels eines Feuerlöschers schnell gelöscht werden, sodass die Feuerwehr, die mit vier Fahrzeugen und 25 Feuerwehrleuten anrückte, nicht mehr zum Einsatz kommen musste. Ein nennenswerter Sachschaden war nicht entstanden.

Mitinsasse verletzt

Da der 30-Jährige und ein weiterer, in der Nachbarzelle untergebrachter Festgenommener Rauchgas eingeatmet hatten, wurden die beiden Männer vorsorglich vom Rettungsdienst zur Untersuchung und ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Wie der Mann das Feuerzeug in die Zelle bringen konnte, ist noch Gegenstand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen.