Am Donnerstag sorgte ein vermeintlich dreister Diebstahl der Heiligen Familie mitten in der Heidenheimer Innenstadt für Aufsehen und Empörung in den sozialen Netzwerken. Nur einen Tag später erweist sich die niederträchtige Tat als falscher Alarm, es handelt sich nicht um eine Straftat, weil ... doch der Reihe nach.

Die Polizei hatte gemeldet, dass die etwa 1,20 Meter große und 40 Kilogramm schwere Figurengruppe mit Maria, Josef und dem Christuskind aus einer Krippe auf dem Heidenheimer Winterdorf in der Hauptstraße gestohlen worden sei.

Der Diebstahl habe sich bereits zwischen dem 11. und 15. November 2019 ereignet, er wurde aber erst am Mittwoch angezeigt. Die Ermittler vermuteten, dass mindestens zwei Täter einen Rolladen aufgebrochen haben müssen, hinter dem die Tonfiguren gestanden hätten.

Frau erkennt Figuren aus der Krippe wieder

Die Polizei gab eine Beschreibung der verschwundenen Figurengruppe heraus – und diese kleine „Öffentlichkeitsfahndung“ brachte schnell den großen Durchbruch in dem Heidenheimer Kriminalfall: Schon am Freitag meldete die Polizei: „Weihnachten gerettet.“ Die gestohlen geglaubten Krippenfiguren seien wieder aufgetaucht.

Woher der schnelle Fahndungserfolg? Eine Frau hatte die Nachricht in den Medien gelesen und die Krippenfiguren sofort erkannt. Und: Die Familie war nicht etwa Beute von respektlosen Kunsträubern geworden, vielmehr hatte die Dame die Gruppe bereits vor einem Jahr vom Besitzer ausgeliehen. Und das war, so heißt es im aktuellen Polizeibericht, „wohl schon so lange her, dass sich der Mann gar nicht mehr daran erinnert hatte.“

Für den Besitzer der Figuren ist die Aufklärung des Krippenraubs vom Wintermarkt sicherlich ein Grund zur Freude – wenngleich manch einer ob dieser Vergesslichkeit leise schmunzeln dürfte. Und auch für die Schafe in der Krippe gibt es ein Happy End: Sie sind jetzt nicht mehr alleine.