Essingen Panne: Gefahrstoff ist möglicherweise Allylisothiocyanat

Gefährlicher Stoff, Symbolfoto.
Gefährlicher Stoff, Symbolfoto. © Foto: endostock, stock.adobe.com
Essingen / Polizei 12.07.2018
Mehrere Fässer mit einem chemischen Gefahrstoff lösten am Donnerstag einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei bei einer Firma am Bahnhof aus.

Nach bisherigen Erkenntnissen befanden sich Fässer mit gefährlichem Inhalt in einer Ladung Altmetall. Beim Verladen bzw. Umräumen wurde gegen 11.40 Uhr vermutlich eines der Fässer durch den Greifarm eines Baggers beschädigt, wodurch sich der Stoff verflüchtigte. Durch die giftigen Dämpfe wurden nach derzeitigem Stand mehrere Personen verletzt. Fünf Personen wurden vom Rettungsdienst in Krankenhäuser verbracht.

Weitere Personen wurden durch den Rettungsdienst vor Ort versorgt.

Wieviele Fässer sich in der Ladung Schrott befanden ist noch nicht abschließend geklärt. Bislang wurden drei Fässer aufgefunden. Die Bergemaßnahmen der Feuerwehr dauern an. Die Polizei hat die Ermittlungen insbesondere zur Stoffart und Herkunft der Fässer aufgenommen. Über die Anzahl der eingesetzten Feuerwehr- und Rettungskräfte liegen noch keine genaueren Angaben vor.

Der Bereich auf dem Firmengelände wurde abgesperrt. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht derzeit nicht.

Der Rettungsdienst versorgte mit Stand 16 Uhr 17 verletzte Personen. Davon werden fünf Personen als schwerverletzt eingestuft, zwölf weitere Personen klagten mindestens über Atemwegsreizungen.

Alle Verletzten wurden zur weiteren Versorgung in Krankenhäuser eingeliefert. Der Rettungsdienst befand sich mit einem Großaufgebot von DRK und Malteser im Einsatz. Neben im Regeldienst befindlichen Kräften wurden zusätzlich mehrere Schnelleinsatz- und Unterstützungsgruppen alarmiert. Letztlich befanden sich rund 40 Einsatzkräfte mit etwa 20 Fahrzeugen aus Aalen, Ellwangen, Schwäbisch Gmünd sowie Lauchheim, darunter elf Rettungswagen sowie zwei Notärzte, im Einsatz.

Die Feuerwehr Essingen wurde durch die Wehren aus Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd unterstützt. Es befanden sich rund 60 Floriansjünger mit 16 Fahrzeugen, darunter Spezialisten für Gefahrgut und Chemie im Einsatz.

Die Polizei befand sich mit sechs Besatzungen vor Ort. Die Verkehrsregelungsmaßnahmen wurden gegen 15.30 Uhr wieder aufgehoben.

Mit Stand 16 Uhr wurden bislang drei etwa 30 cm hohe kanisterähnliche Behältnisse aus Aluminium aufgefunden. Diese wurden von der Feuerwehr aus dem Schrott geborgen und gesichert. Die Suche nach etwaig weiteren solchen Behältnissen in dem angelieferten Altmetall dauert derzeit (Stand 16.30 Uhr) noch an. Der Einsatzleiter der Feuerwehr ist zuversichtlich, dass die Maßnahmen gegen 18 Uhr beendet sein könnten.

Der Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums Aalen hat die Ermittlungen übernommen. Vertreter des Landratsamtes kamen ebenfalls vor Ort. Bei dem besagten Stoff soll es sich der Kennzeichnung nach um Allylisothiocyanat handeln. Die Herkunft der Kanister ist bislang nicht geklärt. Die Ermittlungen dauern an.

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