Wie die Staatsanwaltschaft Augsburg mitteilt, soll die 31 Jahre alte Frau am 21. Juli 2019 in den frühen Morgenstunden auf einer Wiese am Ortsrand einer Gemeinde im Landkreis Dillingen ein Kind zu Welt gebracht haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge hat sie sich nicht um das Neugeborene gekümmert und es nackt auf der Wiese liegen gelassen. Sie sei davon ausgegangen, dass das Baby ohne Versorgung und angesichts der Witterung an dem abgelegenen Ort schnell sterben werde.

Spaziergänger findet Neugeborenes in Wiese

Doch der Säugling hatte Glück: Das Kind wurde nach mehr als 24 Stunden am 22. Juli 2019 zufällig von einem Anwohner entdeckt. Der Mann schlug Alarm, der Rettungsdienst brachte den Säugling in lebensbedrohlichem Zustand ins Universitätsklinikum Augsburg.

Ärzte kämpfen um das Leben des Babys

Die Ärzte im Krankenhaus kämpften um das Leben des kleinen Kindes, denn es erlitt eine Sepsis (lebensgefährliche Infektion), Kreislauf und Atmung versagten, dazu kam ein akutes Nierenversagen. Außerdem mussten dem kleinen Jungen drei Zehen amputiert werden. Trotzdem gelang es den Medizinern, den Säugling zu retten. Das Kind befindet sich mittlerweile in der Obhut einer Pflegefamilie.

Die 31-Jährige war wenige Stunden nach der Entdeckung des Säuglings in ihrer Wohnung in Dillingen festgenommen worden. Einen Tag später wurde gegen sie Haftbefehl erlassen.

Anklage wegen versuchten Totschlags

Die 31-Jährige wird nun wegen versuchten Totschlags, schwerer und gefährlicher Körperverletzung sowie Aussetzung angeklagt. Der Prozess beginnt am 19. März 2020, es sind vier Verhandlungstage angesetzt.

De Frau drohen drohen im Falle einer Verurteilung wegen Totschlags bis zu 15 Jahre Haft. Wenn die Tat wie hier im Versuchsstadium bleibt, kann der Strafrahmen auf Freiheitsstrafe von zwei Jahren bis elf Jahre und drei Monate gemildert werden, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Weiterhin reiche der gesetzliche Strafrahmen für schwere Körperverletzung und Aussetzung von einem Jahr bis zu zehn Jahren Haft und für gefährliche Körperverletzung von sechs Monate bis zu zehn Jahren.