Steinheim Getöteter 53-Jähriger: Nachbar des Opfers in Untersuchungshaft

Steinheim / Arthur Penk/Silja Kummer/Laura Strahl 21.09.2018
Nach einem Leichenfund auf dem Parkplatz einer Firma in Steinheim am späten Mittwochabend flüchtete ein Verdächtiger zunächst vom Tatort, war anschließend aber in einen Verkehrsunfall verwickelt. Er wurde mittlerweile einem Richter vorgeführt.

Ein 53-Jähriger aus dem Kreis Heidenheim ist am Mittwochabend auf einem Firmenparkplatz an der Steinheimer Hellensteinstraße gewaltsam ums Leben gekommen.

Der Mann – laut Polizeiangaben ein Mitarbeiter jener Firma, der zur Tatzeit gerade von der Arbeit kam – war offenbar durch mehrere Stiche so schwer verletzt worden, dass die Wiederbelebungsversuche von Rettungsdienst und Notarzt keine Wirkung mehr zeigten.

Sanitäter konnten das Opfer nicht wiederbeleben

Die Sanitäter waren genau wie die Polizei kurz nach 21 Uhr zur Hilfe gerufen worden: Zeugen meldeten den Beamten, sie hätten auf dem am Ortsrand liegenden Parkplatz einen blutenden und am Boden liegenden Mann gefunden.

Weitere Informationen zur Tat wurden erst im Laufe des Donnerstags bekannt. Etwa, dass noch am Tatabend ein Verdächtiger festgenommen werden konnte. Bei dem Mann handelt es sich laut Angaben des Polizeipräsidiums Ulm und der Staatsanwaltschaft Ellwangen um einen 46-Jährigen aus dem Kreis Heidenheim – aus Persönlichkeitsgründen machen Polizei und Staatsanwaltschaft hier keine näheren Angaben, der Verdächtige und das Opfer waren aber Nachbarn und kannten sich.

War auch der mutmaßliche Täter Mitarbeiter der Firma?

Ob es sich bei dem Mann ebenfalls um einen Mitarbeiter der Firma handelt, konnte Polizeipressesprecher Wolfgang Jürgens weder bestätigen noch verneinen.

Auf den Mann jedenfalls sei man durch weitere Hinweise der Zeugen aufmerksam geworden: Ihnen war ein Auto aufgefallen, mit dem der mögliche Täter auf der Flucht sein könnte. Während also am Tatort noch Spuren gesichert wurden, lief bereits die Fahndung nach dem mutmaßlichen Fluchtauto.

Gegen 23.30 Uhr wurde das gesuchte Auto schließlich gefunden. Und zwar an einer Unfallstelle: Der Verdächtige war mit seinem Fahrzeug auf der B 19 zwischen Ober- und Unterkochen gegen eine Absperrung aus Beton und mehrere Warnbaken geprallt. Dabei, so beschreibt Pressestaatsanwalt Armin Burger auf Nachfrage, habe sich der Mann leichte Verletzungen zugezogen.

Trotzdem fehlte von ihm zunächst jede Spur. Er hatte seine Flucht zu Fuß fortgesetzt. Die Polizei suchte daher im Umfeld der Unfallstelle nach dem Mann, unter anderem auch mit Hilfe eines Hubschraubers und von Hunden. In Unterkochen konnte der 46-jährige Verdächtige schließlich gestellt und festgenommen werden.

Wie Polizeipressesprecher Jürgens beschreibt, hat sich der 46-Jährige widerstandslos festnehmen lassen. In einer gemeinsamen Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft heißt es zudem: „Er war zu dieser Zeit erkennbar betrunken.“ Angaben dazu, wie hoch der Alkoholpegel im Blut des Verdächtigen war, wolle man aber nicht machen.

Wie geht es nun weiter?

Der Verdächtige wurde am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt. Der Ermittlungsrichter erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ellwangen einen Haftbefehl wegen des Verdachts des Mordes. Der Festgenommene befindet sich laut Angaben der Polizei in einer Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft.

Hinweise zu den Hintergründen der tödlichen Auseinandersetzung könne man bislang nicht nennen. Zur Feststellung der genauen Todesursache des 53-Jährigen – er soll laut Polizeiauskunft nicht in Steinheim gewohnt haben – wurde eine Obduktion beantragt. Diese soll laut Staatsanwalt Burger „zeitnah“ durchgeführt werden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel