Sontheim/Brenz Großbrand: Gelbe Säcke entzünden sich offenbar selbst

Sontheim/Brenz / Laura Strahl, Catrin Weykopf 10.10.2018
Am frühen Mittwochmorgen war auf dem Gelände der Entsorgungsfirma Hörger in Sontheim/Brenz ein Feuer entstanden.

Großeinsatz mit mehr als 70 Einsatzkräften am frühen Mittwochmorgen im Gewerbegebiet zwischen den Gemeinden Sontheim und Bächingen: Gegen 4.53 Uhr hatte ein Mitarbeiter des Sontheimer Betriebs WRZ Hörger auf dem in Bächingen liegenden Firmenbereich des Abfallwirtschaftsunternehmens ein Feuer entdeckt.

Er alarmierte die Feuerwehr, wurde aber auch gleich selbst aktiv: Damit sich die Flammen nicht weiter ausbreiten konnten, schlug der Mann nach Auskunft der Feuerwehr mit einem Radlader eine Schneise zwischen den in Brand geratenen Müll und angrenzenden Müll.

Dichter Rauch und Nebel

Als die Einsatzkräfte vor Ort an der Ecke Ringstraße/Blumenweg eintrafen, standen in der dortigen Lagerhalle Gelbe Säcke auf einer Fläche von circa 400 Quadratmetern in Flammen. Außerdem hatte sich bereits dichter Qualm gebildet. Da es in der Nacht auf Mittwoch zudem sehr neblig war, ließen sich Nebel und Qualm nicht mehr voneinander unterscheiden – die Sichtweite war auf ein Minimum begrenzt.

Aufgrund des dichten Rauchs, der in Richtung Westen abzog, waren daher noch in der Nacht Warnungen an die Sontheimer Anwohner herausgegeben worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Ein aus Dillingen angefordertes Messfahrzeug stellte jedoch keine drohende Gefährdung fest.

Währenddessen wurde mit dem Löschen begonnen: Die Sontheimer Feuerwehrkräfte starteten am Boden unter Atemschutz einen großen Löschangriff. Dabei wurden sie von Giengener Feuerwehrleuten von der Drehleiter aus unterstützt.

Bereits nach 30 Minuten sei das Feuer unter Kontrolle gewesen, so Michael Salwik, stellvertretender Sprecher der Heidenheimer Kreisfeuerwehren. Ein Übergreifen der Flammen auf die 25 mal 60 Meter messende offene Lagerhalle konnte verhindert werden. Dennoch waren die Einsatzkräfte noch bis circa zehn Uhr beschäftigt: Mit einem Radlader wurde der abgelöschte Müll aus der Halle ins Freie befördert, wo weitere Nachlöscharbeiten stattfanden.

Selbstentzündung als Ursache?

Im Einsatz waren neben den Feuerwehren aus Sontheim/Brenz und Giengen auch jene aus Bergenweiler, Bächingen, Dillingen und Heidenheim. Vor Ort waren zudem das Rote Kreuz und die bayerische Polizei. Wie es vonseiten der zuständigen Polizeiinspektion Dillingen heißt, sind bei dem Feuer keine Personen zu Schaden gekommen. Wohl aber gibt es Sachschaden zu beklagen.

Dieser beläuft sich ersten Schätzung nach auf circa 20.000 Euro. Die verbrannten Abfälle, so die Begründung der Polizei, müssten nun als Sondermüll entsorgt werden. Bei der Brandursache geht die Polizei von einer Selbstentzündung aus. Dabei, erklärt Polizeipressesprecherin Katharina von Rönn, entwickelten sich durch chemische Reaktionen in den im enthaltenen Müll Inhaltsstoffen hohe Temperaturen.

So könne es zu einem Schwelbrand, später zu einem ausgewachsenen Feuer kommen. Da auch der Firmenbetreiber von einer solchen Selbstentzündung ausgehe, sagt von Rönn, und zudem keine Hinweise auf Fremdverschulden hindeuten, sehe man keine weiteren Ermittlungsansätze.

Letzter großer Brand im Juli 2016

Mit 55 Einsatzkräften war die Feuerwehr an einem Mittwochmittag im Juli 2016 auf dem Hörger-Gelände im Einsatz. Damals war ein Holzschredder in Brand geraten – vermutlich aufgrund von Überhitzung.

Nach circa zwei Stunden hatte man die Maschine sowie einen ebenfalls brennenden Berg an Hackschnitzeln gelöscht. Bereits damals hatten die Mitarbeiter des Müllentsorgungsunternehmens gut reagiert und weitere Hackschnitzelberge mit Hilfe eines Radladers aus der Gefahrenzone geschafft.

Der entstandene Sachschaden war damals auf rund 100.000 Euro geschätzt worden.

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