Lauingen Großbrand in Lauingen: Auch nachts traten giftige Dämpfe aus

Lauingen / kir 23.07.2018
Auch bei den Nachlöscharbeiten traten über Nacht weiter giftige Dämpfe aus. Frühestens am Dienstag soll es möglich sein, ins Innnere der Halle vorzudringen.

Am Sonntagnachmittag brannte eine Halle der Recyclingfirma Stena in Lauingen. Kilometerweit war eine schwarze Rauchwolke zu sehen.

Anwohner bemerkte die massive Rauchwolke, die über dem Firmengelände aufstieg. Innerhalb kurzer Zeit stand die Halle, in der laut Polizei unter anderem Kunststoffe gelagert waren, in Vollbrand.

Da durch das Abbrennen der Kunststoffe giftige Dämpfe, u.a. quecksilberhaltige Gase, freigesetzt wurden, war es notwendig, den in unmittelbarer Nähe zum Brandort gelegenen Bahnhof Lauingen zu sperren. In Absprache mit der Bundespolizei sowie der Deutschen Bahn hielten über Lauingen fahrende Züge nicht mehr im Bahnhof an.

Anwohner wurden durch die Einsatzkräfte aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und sich nicht im Freien aufzuhalten.

Die Löscharbeiten, an denen sich über 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Lauingen sowie der umliegenden Ortschaften beteiligten, zogen sich bis in die Abendstunden hinein.

Gegen 20 Uhr war der Brand weitestgehend unter Kontrolle. Um an der Brandörtlichkeit weitere Glutnester freilegen und ablöschen zu können, musste die Feuerwehr im Außenbereich der Halle mit einem Bagger den Brandschutt auseinanderziehen.

Auch bei diesen Nachlöscharbeiten stieg weiterhin giftiger Rauch auf, weshalb die Warnung an die Anwohner sowie die Sperrung des Bahnhofs Lauingen die Nacht über aufrechterhalten blieb.

Ein Betreten des Innenbereichs der Lagerhalle war bislang noch nicht möglich. Dies wird voraussichtlich erst im Laufe des Dienstag erfolgen.

Die Brandursache ist derzeit noch nicht bekannt. Der Kriminaldauerdienst der Kripo Augsburg hat noch in der Nacht die Spurensicherung am Brandobjekt sowie die ersten kriminalpolizeilichen Maßnahmen eingeleitet. Die weiteren Ermittlungen zum Brandgeschehen werden durch die Kriminalpolizeiinspektion Dillingen übernommen.

Der entstandene Sachschaden kann derzeit noch nicht abschließend beziffert werden. Er dürfte sich laut ersten Schätzungen mindestens auf mehrere hunderttausend Euro bewegen. Personen kamen durch den Brand nicht zu Schaden.

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