Heidenheim/Stuttgart / ape/pol Ein 35-jähriger Deutscher wurde am Donnerstag festgenommen. Der Mann steht im Verdacht, Mitglied einer organisierten Bande zu sein.

In einer Festnahme- und Durchsuchungsaktion gegen einen mutmaßlichen Trickbetrüger haben am Donnerstagmorgen Ermittler des Landeskriminalamts Baden-Württemberg sowie Einsatzkräfte aus Niedersachsen die Wohnung eines Tatverdächtigen im Landkreis Northeim/Niedersachsen durchsucht.

Der 35-jährige Deutsche wurde festgenommen, gegen ihn hatte die Staatsanwaltschaft Stuttgart Haftbefehl beantragt. Die Durchsuchungen und die Festnahme erfolgten auf Grund eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Stuttgart, Abteilung Organisierte Kriminalität und der speziell eingerichteten Ermittlungsgruppe (EG) „Trust“ beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg.

An dem Einsatz waren auch Spezialeinheiten beteiligt. Der Tatverdächtige steht im Verdacht, Mitglied einer organisierten Bande zu sein, die arbeitsteilig, konspirativ und hochprofessionell zusammen wirken, um gutgläubige, ältere Menschen mit der Betrugsmasche „falsche Polizeibeamte“ ganz erheblich zu schädigen.

Bei dieser Durchsuchung wurde umfangreiches Beweismaterial, darunter Speichermedien, Schmuck, Schlagringe und Mobiltelefone sichergestellt. Der Festgenommene wird auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart dem zuständigen Haftrichter vorgeführt.

Seit Anfang 2019 ermitteln die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg gegen mutmaßliche Mitglieder einer Gruppierung. Im Rahmen von aufwendigen und umfangreichen Ermittlungen konnten die Ermittler bislang fünf Beschuldigte identifizieren. Sie stehen im Verdacht, seit Januar 2019 an mehreren Einzeltaten des banden- und gewerbsmäßigen Betruges sowie Amtsanmaßung in Bayern und im Raum Stuttgart beteiligt gewesen zu sein. Dabei sollen sie insgesamt mehrere 100.000 Euro erbeutet haben.

Auch im Landkreis Heidenheim waren Betrüger am Werk

Mehrere Senioren in Giengen wurden am Sonntag von einem falschen Polizisten angerufen.

Gerade Seniorinnen und Senioren sind im Visier von skrupellosen Betrügern. Sie geben sich am Telefon als Polizeibeamte aus und setzen ihre Opfer solange unter Druck, bis diese Bargeld und ihren Schmuck, teilweise ihr gesamtes Vermögen, zur angeblich sicheren Verwahrung bei der Polizei zur Abholung einfach vor die Haustüre legen oder Fremden übergeben.

Am Telefon gaukeln die Betrüger oft dieselbe Masche vor, wie beispielsweise, in der Nachbarschaft der Opfer seien Einbrecher festgenommen worden und auf einer aufgefundenen Liste stünde auch die Adresse des Opfers.

Die organisierten Tätergruppierungen agieren aus Call-Centern im Ausland und rufen täglich tausende Seniorinnen und Senioren mit altmodisch klingenden Vornamen an. Alleine in Baden-Württemberg sind 2018 über 7.000 Fälle derartiger Anrufe bekannt geworden.