Heidenheim Chemie-Unfall an der Realschule hat strafrechtliches Nachspiel

Chemie-Unfall an der Adalbert-Stifter-Realschule.
Chemie-Unfall an der Adalbert-Stifter-Realschule. © Foto: Feuerwehr Heidenheim
Heidenheim / Erwin Bachmann 10.02.2018
Das missglückte Chemie-Experiment an der ASR führt unter Umständen zu einem strafrechtlichen Nachspiel.

Am Tag nach dem verunglückten Unterrichtsversuch, bei dem im Chemieraum der Adalbert-StifterRealschule ein erhitztes Reagenzglas zerborsten war, sah noch alles etwas anders aus. Zu diesem Zeitpunkt schloss die Polizei ein schuldhaftes Verhalten aus. Möglicherweise, so hieß es, sei ein Materialfehler ursächlich, auch könnte das erhitzte Reagenzglas beschädigt gewesen sein.

Chemikalien vertauscht?

Dann nahmen – die auch jetzt noch nicht abgeschlossenen – Ermittlungen eine andere Wendung. Wie Pressesprecher Uwe Krause vom Polizeipräsidium Ulm gestern auf Anfrage mitteilte, ergab sich bei der Vernehmung der Chemie-Lehrerin, dass sie unmittelbar vor dem Versuch ein Gemisch vorbereitet und Reagenzgläser mit zwei im Schulalltag gängigen Substanzen vorbereitet habe, wobei einer der beiden Stoffe verwechselt worden sei. Durch dieses Versehen habe es beim Erhitzen über dem Bunsenbrenner eine heftige Reaktion gegeben.

Aus diesem mutmaßlichen Geschehen folgert jetzt die formelle Einleitung eines wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung geführten Ermittlungsverfahrens. Die Polizei bestätigte, dass sie der Staatsanwaltschaft Ellwangen eine entsprechende Anzeige vorlegen wird.

Kaum Schaden

Nach dem Vorfall hatten acht Schüler über Atemprobleme geklagt, zwei von ihnen hatten zudem leichte Schnittverletzungen erlitten. Die Kinder wurden ambulant im Klinikum untersucht und konnten schon anderntags wieder den Unterricht besuchen.