Heidenheim Blitzschlag in der Voith-Arena: Rettungskräfte üben Großeinsatz

Heidenheim / Klaus-Dieter Kirschner 10.06.2018
Ein riesiges Aufgebot von Rettungskräften, Polizei und Technischem Hilfswerk kümmerte sich am Samstag um die 70 „Verletzten“.

Möglichst nahe am Ernstfall war das, was sich am späten Samstagvormittag in und um die Voith-Arena herum abspielte. Mehr als 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, Maltesern, dem Technischen Hilfswerk, der Notfallseelsorge, der Polizei und des Sicherheitsdienstes im Stadion absolvierten die Probe für den Ernstfall und schlugen sich bei der Katastrophenschutzübung in teils sengender Hitze bravourös. Ausgangslage der Übung war eine angenommene Massenpanik im Stadion.

Was an Fehlern unterlief und erkannt wurde, werde aufgearbeitet, versicherte DRK-Kreisbereitschaftsleiter Kai Willer. Zum Beispiel habe die Erfassung der unverletzt oder minimal verletzt gebliebenen Stadionbesucher nicht so funktioniert, wie das im Ernstfall passieren müsste.

Für Einsatzleiter Karl-Heinz Wenzel war als stellvertretendem Stadtbrandmeister doch „sehr beeindruckend“, wie schnell die nach und nach anrückenden Einheiten sich in das Einsatzgeschehen hineingefunden und sehr gut zusammengearbeitet haben.

Ausgebrochen, so die Übungsannahme, war die Massenpanik im Zuschauerblock des Fußballstadions während eines heftigen Gewitters. Zudem hatte ein Blitz im Technikraum der Westtribüne einen Brand ausgelöst.

Kein Strom, kein Löschwasser

Nun gibt es beim Stadion einen Löschteich und auch Pumpen und oberirdische Hydranten. Doch bei dem Gewitter fiel die Stromversorgung partiell aus, sodass hier nichts angezapft werden konnte und der Wasservorrat der anrückenden Löschfahrzeuge schnell erschöpft war. Folglich wurde vom Talhof über den Wildpark eine doppelte, tausend Meter lange Förderleitung ausgerollt und mittels vier Pumpen der Wasserdruck erhöht. So konnte schließlich erfolgreich gelöscht werden.

Den fünf Notärzten und über 100 Rettungssanitätern aus dem ganzen Landkreis sowie Unterstützung aus dem Ostalbkreis und dem Alb-Donau-Kreis wurden enorme Leistungen abverlangt. Zunächst musste im Zuschauerblock ein Überblick über die Zahl verletzten Personen gewonnen werden. Unter dem Volk waren aber auch etliche „Betrunkene“. Also eine Mischung, die viel Fingerspitzengefühl verlangte.

Realistisch geschminkte „Schwerverletzte“

Wer schreit, ist eher leichtverletzt, wer nichts mehr sagt, bedarf der besonderen Fürsorge. Sehr realistisch waren die Schwerverletzten geschminkt, die vor das Stadion gebracht und dort weiter bis zum Abtransport zum Hubschrauber-Landeplatz oder ins Klinikum Heidenheim gebracht wurden. Durchgespielt wurde die Verlegung der Opfer auch nach Kliniken außerhalb der Region.

Mit Rettungs- oder anderen Decken wurden die „Opfer“ vor der sengenden Sonne geschützt. Zehn Notfallseelsorger und Angehörige des Kriseninterventionsteams waren in das Einsatzgeschehen eingebunden.

Für die Feuerwehrleute aus Heidenheim, Mergelstetten, Schnaitheim, Nattheim, Königsbronn und Steinheim war die Unterstützung des Rettungsdienstes neben der Wasserversorgung und der Brandbekämpfung eine vorrangige Aufgabe.

Kreisbrandmeister Rainer Spahr war diesmal nicht in der Rolle des Einsatzleiters, sondern als Gästeführer unterwegs. Bei dem Rundgang durch das Stadion hieß Klaus Mayer, der Vorsitzende des FCH-Aufsichtsrats, die Gäste willkommen, skizzierte kurz das Sicherheitsprogramm im Stadion.

Massenpanik bei 15.000 Zuschauern eine Herausforderung

Einig waren sich Übungsteilnehmer wie Manöver-Beobachter, dass im Ernstfall in dem Stadion, das maximal 15.000 Zuschauer aufnehmen kann, eine Massenpanik eine absolute Herausforderung für die Rettungskräfte darstellen würde.

Insofern habe die auch von der Deutschen Fußballliga verlangte Großübung wichtige Erkenntnisse gebracht. Mayer lobte im Übrigen Polizei, Rotes Kreuz und Feuerwehr für ihren Dienst während der Zweitliga-Saison.

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