Hechingen Was macht das Schaf auf der Neustraße?

Hechingen / HARDY KROMER 11.08.2015
Die Hechinger Feuerwehr hat dieser Tage innerhalb von anderthalb Stunden eine Katze aus einem acht Meter tiefen Schacht befreit und ein ausgebüxtes Schaf eingefangen.

Ja, liebe Leserinnen und Leser, wir ahnen schon, was Sie jetzt denken: Immer, wenn das Sommerloch am tiefsten ist, werden solche tierische Geschichten hervorgekramt. Gestern schon diese fulminante Serie an irrwitzig anmutenden Polizeimeldungen auf unser Region-Seite: "Hund im Kofferraum" - "Vergessenes Lamm" - "Ziegen und Gänse auf Tour" - "Bissiger Rottweiler". Und jetzt noch die folgende Geschichte. Aber auch die ist es wert, erzählt zu werden - ob Sommerloch oder nicht.

Also: Die Stadtabteilung der Hechinger Feuerwehr wurde jüngst an einem dieser heißen Sommertage innerhalb von nur 90 Minuten zu zwei Tierrettungen alarmiert. Zunächst galt es, in der Hechinger Oberstadt eine Katze zu befreien, die in einen acht Meter tiefen Schacht hinuntergefallen war.

Da der Schacht keinen anderen Zugang als von oben hatte und auch tragbare Leitern nicht eingesetzt werden konnten, half alles nichts: Ein Feuerwehrmann musste in den Schacht hinabgelassen werden, selbstredend ordentlich bergsteigerhaft gesichert.

Drunten angekommen, gelang es dem tierlieben Floriansjünger, die Mieze in eine Tiertransportbox zu setzen, in der sie dann ans Tageslicht hinaufgezogen wurde.

Als das glücklich erledigt war, sollte es für die Einsatzkräfte wieder zurück in die Ermelesstraße gehen. Doch die Feuerwehrleute kamen nur bis zur Neustraße. Dort staunten die Männer im Löschgruppenfahrzeug nicht schlecht, als plötzlich vor ihnen ein Schaf auf der Fahrbahn stand. Und just im selben Moment erreichte sie auch schon der Alarm, wonach ein Wolltier ausgebüxt sei.

Die Feuerwehrmänner bewiesen abermals, welch versierte Tierretter sie sind. Sie trieben das Schaf zuerst auf eine angrenzende Wiese. Gemeinsam mit dem Schäfer und der inzwischen ebenfalls eingetroffenen Polizei kreisten sie das verirrte Tier dann fachmännisch ein, überwältigten es und sorgten so dafür, dass es zu seiner Herde zurückgebracht werden konnte. Denn da gehört so ein Schaf schließlich hin. Und nicht auf die Neustraße.

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