Zahlreiche Beamte der Bundespolizei durchsuchten am Dienstag Häuser in Ebingen und Pfeffingen. Es geht um den Verdacht des bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern – unter anderem. Vor allem der Einsatz in Pfeffingen hat zu früher Stunde große Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Zahlreiche Einsatzfahrzeuge der Bundespolizei säumten die Ortsdurchfahrt, maskierte Polizisten marschierten durch Pfeffingen: Ganz wohl war da manch einem am Dienstagmorgen nicht mehr zu Mute: Bilder wie diese dürften die meisten nur aus dem Fernsehen kennen – und erst recht nicht in dem beschaulichen Albstädter Stadtteil erwarten. Was also war da los?

Der Verdacht: bandenmäßige Einschleusung von Ausländern

Die Ermittler waren im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hechingen da. Sie führt ein Ermittlungsverfahren gegen drei Verdächtige: zwei Männer im Alter von 26 und 56 Jahren sowie eine Frau im Alter von 53 Jahren. Die Ermittler verdächtigen die drei kroatischen Staatsangehörigen, bosnisch-herzegowinische und mazedonische Staatsangehörige illegal, „gewerbs- und bandenmäßig“, nach Deutschland eingeschleust zu haben. Diese, vermutet die Staatsanwaltschaft, hätten sie dann in ihrer Firma im Baugewerbe unerlaubt beschäftigt.
Deshalb waren auch Einsatzkräfte des Zolls an der Aktion beteiligt, die in Pfeffingen großes Aufsehen erregte, aber zugleich auch an einem zweiten Einsatzort in Ebingen spielte, wie die Bundespolizei am Nachmittag bekannt gab. Auch der Einsatz dort, im Bereich der Schloßbergstraße, blieb von der Öffentlichkeit nicht unbemerkt. Neben den Ermittlungen wegen der mutmaßlichen Schleuserei gehe es um das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt, wie Katharina Keßler, Sprecherin der zuständigen Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein, weiter mitteilte.

Ein „Tatort“-Dreh in Pfeffingen?

Die Fahnder verbuchten die Aktion offenbar als Erfolg. Im Rahmen des Einsatzes habe man umfangreiche Unterlagen und elektronische Geräte als Beweismittel beschlagnahmen können. Außerdem hätten die Ermittler einen niedrigen vierstelligen Geldbetrag gesichert. Im Netz hatte der Einsatz bereits am frühen Morgen hohe Wellen geschlagen. Einige hatten sich angesichts des massiven Polizeiaufgebots in Pfeffingen ernsthafte Sorgen gemacht, andere vermuteten gar einen unangekündigten „Tatort“-Dreh in der Ortsmitte.

Wie im Film: Vermummte Polizisten verängstigen manche Pfeffinger

Angefacht wurden die Spekulationen wohl auch deshalb, weil viele der Einsatzkräfte – die mitunter auch Teil verdeckter Ermittlungen sind – vermummt an der Razzia teilnahmen. Autofahrer, die an der Szenerie vorbeifuhren, hielten sie so fälschlicherweise für Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos. Aufgefallen war das Großaufgebot der Bundespolizei im Laufe des Tages auch an weiteren Albstädter Orten.

Eine Lagerhalle zieht das Interesse der Ermittler auf sich

„Im Zuge des Einsatzes waren die Kräfte durchaus in Albstadt unterwegs“, bestätigte Katharina Keßler auf Anfrage. Dies etwa, um Hinweise zu überprüfen, die die Ermittler während der Razzien erlangt hätten, oder auch schlicht, um sich an Treffpunkten zu besprechen. So sei im Laufe des Tages auch eine Lagerhalle in Albstadt in den Fokus der Fahnder gerückt. Die zentralen Einsätze aber, sagt, Keßler, hätten sich in Ebingen und Pfeffingen abgespielt.

Das könnte dich auch interessieren: