Ein Lastwagen hat am Dienstagabend Flusssäure auf einem Parkplatz in Rosenfeld verloren. 70 Feuerwehrmänner und -frauen aus Rosenfeld, Balingen und Hechingen waren stundenlang im Einsatz, um die gefährliche Flüssigkeit zu sichern. Verletzt wurde niemand. Auch das Erdreich wurde laut Polizei nicht verunreinigt. Der Verkehr wurde umgeleitet.
Wie die Polizei auf Anfrage mitteilt, habe der holländische Fahrer eines Sattelzugs, auf dem die verdünnte Flusssäure in einem Container geladen war, auf einem Parkplatz neben der L415 zwischen Rosenfeld und Bickelsberg übernachten wollen, bevor er am nächsten Tag die Ladung in Balingen abliefern wollte.

Gefährliche Säure tropft aus Container

Nachdem er gegen 18 Uhr seinen Laster nochmals überprüft hatte, stellte er fest, dass einer der 1000-Liter-Behälter beschädigt war und einige Liter der giftigen und ätzenden Flüssigkeit auf die Ladefläche und den Asphalt getropft waren. „Ins Erdreich ist glücklicherweise keine Flüssigkeit gelangt“, erklärt Polizeisprecher Martin Raff vom Reutlinger Polizeipräsidium.
Eine Gefahr für die Bevölkerung habe daher nicht bestanden, gleichwohl handele es sich bei solchen Flüssigkeiten um Gefahrgüter, weshalb ein Großaufgebot von Einsatzkräften der Wehr, des Roten Kreuzes und der Polizei angefordert wurde. Als erstes rückte die Feuerwehr Rosenfeld mit den Abteilungen Bickelsberg, Leidringen und Brittheim mit rund 35 Leuten an.
Zusätzlich war der ABC-Zug der Hechinger Wehr mit dem Abrollbehälter Gefahrgut und dem entsprechenden Equipment vor Ort. Zur weiteren Unterstützung des Einsatzes unter der Leitung von Rosenfelds Stadtkommandant Günter Kopf war die Balinger Feuerwehr mit weiteren 35 Männern und Frauen am Einsatzort.

Feuerwehr über fünf Stunden im Einsatz

Nachdem die Rosenfelder Feuerwehr die ausgelaufene Säure abgebunden und die Straße abgesperrt hatte, pumpten die Hechinger Spezialisten, die mit Schutzanzügen ausgestattet waren, den Rest vom undichten Container in einen anderen Behälter um. Währenddessen hatte die Balinger Wehr auf dem Parkplatz einen sogenannten Dekontaminationsplatz aufgebaut.
Dort wurden die Gefahrgut-Spezialisten abgeduscht und gereinigt. „Die Flüssigkeit ist zwar giftig, aber nur, wenn man sie berührt oder einatmet“, sagt Günter Kopf, der die reibungslose Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte lobt. Auch der Fahrer habe vorbildlich mit Polizei und Wehr kooperiert. „In meinen 40 Jahren als Feuerwehrmann ist das mein erster Gefahrgut-Einsatz“, sagt er.
Der aufwendige Einsatz in voller Montur dauerte bis etwa 23.30 Uhr. In dieser Zeit war die L 415 zwischen Rosenfeld und Bickelsberg voll gesperrt.