Zollernalbkreis Die üblen Tricks der Dachhaie

Die Kreishandwerkerschaft Zollern-Alb warnt vor unseriösen Handwerkskolonnen.
Die Kreishandwerkerschaft Zollern-Alb warnt vor unseriösen Handwerkskolonnen. © Foto: Archiv
Zollernalbkreis / SWP 16.08.2018
Im Zollernalbkreis sind gerade in der Urlaubszeit wieder verstärkt Gangster in Arbeitskluft unterwegs.

Manche „Unternehmer“ schrecken auch vor mafiaähnlichen Methoden nicht zurück, wenn das schnelle Geld winkt. Gerade im Bereich der Dach- und Fassadensanierung tummeln sich die im Branchenjargon als Dach- und Fassaden-Haie verrufenen Pfuscher.

Die Kreishandwerkerschaft Zollern-Alb ist momentan wieder einigen unseriösen Handwerkern auf der Spur. Ganze Gemeinden werden planmäßig „abgearbeitet“. Abgeklappert wird zurzeit der Zollernalbkreis.

 Eine erste Kontaktaufnahme findet meist mit dem „Drücker“ statt. Er bietet eine Fassaden- oder Dachsanierung zu einem absoluten Dumping-Pauschalpreis an. Zeigt der potenzielle Kunde an der Haustür auch nur den Ansatz eines Zögerns, ist schnell eine Alternative im Gespräch: Die kostenlose oder nur wenige Euro teure Inspektion des Hausdaches oder der Fassade. Wer den Pauschalauftrag unterschreibt, hat sich verkauft.

Denn selbst wenn im Kleingedruckten des Vertrages kein Wort davon steht, dass alle festgestellten Schäden in vollem Umfang behoben und berechnet werden, greifen die Dach- und Fassaden-Haie zur Methode des Schocks. Entweder werden Schäden an der Fassade oder am Dach herbeigeführt (und sei es durch unsachgemäßes Begehen des Daches) oder mitgebrachte Ziegelscherben oder faules Holz werden dem verunsicherten Hausbesitzer als Beweis für den angeblich maroden Zustand seines Daches präsentiert. Und dann kommt das „freundliche“ Angebot: „Unterschreiben Sie doch bitte hier“.

 Noch übler trifft es jene Hausherren, die den Pauschalauftrag von vornherein unterschrieben haben. Selbst wenn ein Preislimit (etwa „komplettes Dach neu eindecken 23 000 Euro) schriftlich fixiert ist, beginnen die so genannten Handwerker mit der Arbeit unverzüglich. Ist dann ein Teil des Daches abgedeckt, werden angebliche Schäden entdeckt und der Hausbesitzer förmlich erpresst: Entweder er zahlt jeden Preis oder die Arbeiter ziehen ab.

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