Die Bundesstraße 463 zwischen Steinhofen und Owingen durch den „Kühlen Grund“ ist dafür bekannt und berüchtigt, dass es dort immer wieder zu schweren, auch tödlichen Verkehrsunfällen kommt. Deshalb ordnet das Balinger Landratsamt dort regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen an. Zwischenergebnisse legt die Verkehrsbehörde nun vor.

Langzeit-Blitzen: Nur 1,1 Prozent Verstöße

Während einer Überwachung mit einer semistationären Geschwindigkeitsmessanlage vom 15. bis zum 22. April passierten knapp 38 500 Fahrzeuge den Messanhänger (in beide Richtungen) an einer Stelle, an der Tempo 100 erlaubt ist. Zu schnell unterwegs waren dabei 406 Fahrzeuge (was 1,1 Prozent entspricht). Die Zahlen belegen, dass bis auf einige „Ausreißer“ die Verkehrsteilnehmer überwiegend mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs waren. Die geringe Anzahl von Verstößen führt das Landratsamt aber darauf zurück, dass es sich um eine in der Presse angekündigte Aktion handelte und der Anhänger schon aus der Ferne gut erkennbar war. Darüber hinaus lag der Messzeitraum teilweise noch in den Osterferien, in denen weniger Berufsverkehr herrscht. Vom Corona-Lockdown und seien Auswirkungen ganz zu schweigen.

Zählung: Es wird weiter zu schnell gefahren

Um zu prüfen, ob durch die Aufstellung der semistationären Anlage eine Änderung des allgemeinen Fahrverhaltens bewirkt wurde, hat die Behörde wenige Tage nach Beendigung der Messung ein Statistikgerät installiert, das die Verkehrsdaten anonymisiert aufzeichnet und ein objektives Bild des Verkehrsgeschehens ermittelt.
Die Auswertung dieser Maßnahme ergab, dass weiterhin zu schnell gefahren wird. Im Vergleich zu früheren Erhebungen wurde jedoch immerhin ein Rückgang der von einzelnen Fahrzeugen erreichten Spitzengeschwindigkeit verzeichnet. Eventuell, so bilanziert das Landratsamt, konnten durch die verstärkte Überwachung „die „Spitzen gekappt“ werden. Insgesamt fuhren „nur“ vier Fahrzeuge mehr als 50 Stundenkilometer zu schnell.
Künftig, so lautet jetzt die Ankündigung, sollen gemeinsame Aktionen mit der Verkehrspolizei erfolgen. Und die Geschwindigkeitsüberwachung werde fortgesetzt.

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Die Tempoverstöße im Kontrollzeitrum teilen sich folgendermaßen auf:

Bis maximal 10 km/h zu schnell: 251 Fahrzeuge (61,82 %)

11-15 km/h zu schnell: 69 Fahrzeuge (17 %)

16-20 km/h zu schnell: 38 Fahrzeuge (9,36 %)

21-25 km/h zu schnell: 27 Fahrzeuge (6,65 %)

26-30 km/h zu schnell: 10 Fahrzeuge (2,46 %)

31-40 km/h zu schnell: 5 Fahrzeuge (1,23 %)

41-50 km/h zu schnell: 2 Fahrzeuge (0,49 %)

51-60 km/h zu schnell: 3 Fahrzeuge (0,74 %)

Über 60 km/h zu schnell: 1 Fahrzeug (0,25 %)