Brand Wohnungsbrand in Göppinger Märklinvilla

Göppingen / Elke Berger 03.01.2014
Drei verletzte Hausbewohner und ein Schaden von 250.000 Euro ist die Bilanz eines Wohnungsbrandes am Freitagabend in der alten "Märklinvilla" in der Göppinger Olgastraße.

Flammen schlagen aus dem ersten Stock der Märklin-Villa in der Olgastraße bis zur Dachrinne. Zwei Fenster sind unter der Hitze geborsten, die Fassade darüber ist schwarz verrußt. Dicker Rauch legt sich über die Umgebung, und Brandgeruch zieht durch das Wohngebiet Hailing, als kurz nach 18 Uhr die Löschzüge aus Göppingen und Bartenbach eintreffen.

„In der Eineinhalb-Zimmer-Wohnung im ersten Stock ist Feuer ausgebrochen“, beschreibt der Zugführer der Feuerwehr, Ulrich Falter, die Situation. Die Feuerwehrleute können nur mit schwerem Atemschutz ins Haus, der Qualm erschwert die Orientierung im Gebäude. Sie bergen drei Verletzte, zwei davon sind schwer verletzt, hauptsächlich durch Rauchgasvergiftungen. Eines der Opfer stammt aus der Brandwohnung, die anderen beiden, ein Ehepaar, aus der Wohnung darüber, die hauptsächlich durch den starken Rauch in Mitleidenschaft gezogen wurde.

„Um 17.54 Uhr ging bei uns der Alarm ein, einer der Bewohner hatte den Brand gemeldet“, sagt Falter. „Wir sind recht rasch hier gewesen und haben den Brand ebenso schnell unter Kontrolle bekommen. Etwa 30 Feuerwehrleute sind momentan im Einsatz. Alle Bewohner aus den sechs Wohnungen sind in Sicherheit und im Gebäude suchen jetzt noch vier Einsatzkräfte nach Glutnestern.“ Er vermutet in dem antiken Gebäude viel hölzerne Bausubstanz, somit kann die Suche noch eine Weile dauern.

Notarzteinsatzleiter Holger Böhm musste die Brandopfer auf mehrere Krankenhäuser verteilen: „Eine Verletzte ist jetzt im Eichert, die anderen beiden sind unterwegs nach Esslingen.“

Mindestens zwei der Wohnungen – jene mit dem Brand und die Wohnung darüber – sind nun nicht mehr bewohnbar. In der Eineinhalb-Zimmer-Wohnung hat das Feuer kräftig gewütet, die Wände sind schwer verrußt. Ein Mitglied Feuerwehr war gerade dabei zu untersuchen, in wie weit auch die anderen vier Wohnungen durch den hochgiftigen Rauch in Mitleidenschaft gezogen wurden. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Schaden an der Villa auf etwa 250.000 Euro. Die Polizei vermutet als Brandursache einen technischen Defekt, die Ermittlungen dauern allerdings noch an.

Der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till, der gleich an den Unglücksort geeilt war, zeigte sich betroffen: „Es ist tragisch, wenn Menschen das eigene Zuhause verlieren.“ Der Rathauschef kündigte an, die Stadt werde bei der Unterbringung der Bewohner unbürokratisch helfen und die durch das Feuer zerstörten Wohnungen „schnellstmöglich renovieren“.


Villa wurde 1923 gebaut und gehört heute der Stadt

Die Märklin-Villa in der Göppinger Olgastraße 27 wurde 1923 von Eugen Märklin, dem Sohn Wilhelm Märklins, erbaut. Als Besonderheit gilt der damals hochmoderne

Die erste, damals bereits verkaufte Villa, stand in der Freihofstraße und fiel 1945 einem Bombenangriff zum Opfer. Das Haus in der Olgastraße ist heute im Besitz der Stadt. Die Kommune vermietet die in der Villa vorhandenen Wohnungen gezielt an ältere Menschen. 2011 war die Wohnung im Erdgeschoss vor einer Neuvermietung für 27.000 Euro grundlegend saniert worden. Bei Stadtführungen kann der Badepavillon im Park der Villa besichtigt werden. Die Märklin-Villa wurde vom Göppinger Modellbauhersteller um 1934 als verkleinertes Hintergrundmodell aus Blech für die Spur 0 Schauanlage entwickelt.

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