Winterreifen sind in Deutschland bei Schnee und Glätte obligatorisch. Konnte man sich in gemäßigten Regionen früher auch mit Sommerbereifung durchmogeln, so wurde die im Dezember 2010 die sogenannte „situative Winterreifenpflicht“ eingeführt. Laut ADAC handelt es sich dabei jedoch nicht um eine „Ausrüstungsvorschrift“, sondern um eine „Verhaltensvorschrift“. Sie besagt, dass man bei Schnee und Glätte gefälligst mit ordentlicher Bereifung unterwegs zu sein hat. Dies gilt selbstverständlich auch für gefrierende Nässe, die im Flachland in der Regel von Oktober bis April vorkommen kann, so dass die alte Faustregel für die Winterbereifung nach wie vor ein guter Anhaltspunkt ist.

Dennoch ziehen laut Umfragen etwa ein Viertel der Autofahrer in den Wintermonaten kein entsprechendes Material auf. Bei schlechten Wetterbedingungen sind sie somit verpflichtet, das Auto stehen zu lassen.

B30 Enzisreute-Baindt

Es drohen Punkte in Flensburg

Bei Zuwiderhandlungen droht ein Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg. Bei Gefährdungen oder Unfällen erhöht sich das Strafmaß auf 100 bis 120 Euro. Neben dem Fahrer haftet nach Angaben des ADAC auch der Halter, der die Inbetriebnahme ohne die erforderliche Bereifung mit dem Schneeflocken-Symbol anordnet oder zulässt: Hier werden 75 Euro fällig, dazu gibt es ebenfalls einen Punkt in Flensburg. Darüber hinaus ist auch der Versicherungsschutz gefährdet.

Altes M+S-Symbol ist ein Auslaufmodell

Winterreifen erkennt man am „Alpine-Symbol“ – einem Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Außerdem gelten bis zum 30. September 2024 auch Reifen mit der Kennzeichnung M+S („Matsch und Schnee“) als wintertauglich, sofern sie bis vor dem 31. Dezember 2017 hergestellt wurden.