Feuer Verdacht auf Brandstiftung in Eislinger Wohnhaus

Eislingen / KRISTINA BETZ 11.04.2016
Bei einem Großbrand in Eislingen wurde am frühen Montagmorgen ein Mann leicht verletzt. Nach Polizeiangaben soll er das Feuer selbst gelegt haben. Auch Nachbarn leiden unter den Folgen des Brandes.

In der Seewiesenstraße in Eislingen riecht es nach Ruß, Rauch und verbranntem Holz. Gegen zwei Uhr in der Nacht zum Montag hatten eine zufällig vorbeifahrende Polizeistreife sowie ein Anwohner etwa zeitgleich den Brand in dem Gebäude gemeldet, das im Gewerbegebiet hinter dem alten Obi-Gelände liegt. Etwa 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr Eislingen und etwa 20 Kollegen der Feuerwehr Göppingen rückten aus und waren bis zum frühen Morgen damit beschäftigt, den Brand zu löschen.

In der Dämmerung wird das Ausmaß des nächtlichen Großbrandes dann sichtbar: Das gesamte erste Obergeschoss wurde durch die Flammen zerstört. Verkohlte Holzbalken ragen wie Rippen eines Skeletts hervor. Dass der Dachstuhl einmal bewohnt war? Nicht mehr zu erkennen.

Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen davon aus, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde. Offenbar wohnte der mutmaßliche Brandstifter selbst in der Wohnung über der Autowerkstatt. Zum Motiv des Mannes könne man derzeit noch nichts sagen, teilt Wolfgang Jürgens, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ulm, mit. Der Schaden am betroffenen Gebäude betrage rund 500.000 Euro.

Ausbreitung der Flammen verhindert

Das Feuer habe sich vom Dachstuhl bis zur Treppe, weiter zur Garage und im Anbau ausgebreitet, berichten Feuerwehrmänner vor Ort. Ein angrenzendes Wohnhaus sowie ein benachbartes Fitnessstudio mussten von der Feuerwehr evakuiert und abgekühlt werden, erklärte der Eislinger Kommandant Jürgen Reick: „Die umliegenden Gebäude wurden mit Wasser berieselt.“ Eine Ausbreitung der Flammen, die beim Eintreffen der Feuerwehr bereits aus dem Dach geschlagen haben, konnte so verhindert werden.

Für das Fitnessstudio ging der Großbrand im Nebengebäude deshalb glimpflich aus. Ein paar zersprungene Scheiben sowie der penetrante Brandgeruch, der nun in den Räumen hängt, sind nach jetzigem Stand die Folgen. Das stört den Betrieb: „Ein normaler Trainingstag ist heute nicht möglich. Gerade beim Ausdauertraining ist der giftige Geruch nicht so schön“, sagt Studio-Besitzer Bernd Weber. „Und an Lüften ist nicht zu denken, dann wird es nur schlimmer“, fügt er hinzu. Nach den Worten von Kommandant Jürgen Reick kann es noch Wochen dauern, bis der Geruch verflogen ist. Über dem Fitnessstudio liegt noch eine Wohnung. Die Bewohnerin sei in der Nacht aus dem Haus gebracht worden und unverletzt, berichtete Bernd Weber.

Energieversorgung bleibt gekappt

Am Gebäude des Wurster-Areals, das angrenzt, sei bislang kein Schaden festgestellt worden, betonte Feuerwehrkommandant Reick.

Am Montagnachmittag ist die Eislinger Feuerwehr noch immer am Brandort zu Gange. Glutnester werden von einer Drehleiter aus gelöscht. „Die Decke ist zu unsicher, deshalb können wir das Gebäude nicht mehr betreten“, sagt Reick. Alles, was Gefahr laufe, einzustürzen, habe man eingerissen. Die Feuerwehr halte nun noch Brandwache, eventuell auch über Nacht, falls das nötig sei, sagt Reick.

Teile der Eislinger Seewiesenstraße bleiben vorerst durch Gitter abgesperrt. Auch die Energieversorgung am Brandort bleibt vorsichtshalber gekappt.




 
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