Ein Fünf-Kilo-Eimer, der mit Schlachtabfällen gefüllt war, ist am Dienstagabend etwa um 21 Uhr auf das Dach eines der Zelte geworfen worden, in dem in Ebersbach Flüchtlinge untergebracht sind. Der Polizei liegen noch keine Erkenntnisse zu den Tätern vor, sagt Polizeisprecher Uwe Krause. Man ermittle nach allen Richtungen.

Krause vermutet aber einen ausländerfeindlichen Hintergrund. „Das ist ernst und gravierend“, sagt Jochen Heinz, der Stellvertreter des Landrats, der die Arbeitsgruppe Asyl leitet. In den Industriezelten in Ebersbach waren bis Mittwochmittag etwa 60 Personen untergebracht, später am Tag sollten weitere Flüchtlinge einziehen, sagt der Abteilungsleiter Asyl- und Flüchtlingswesen, Wolfgang Munz. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hatten den Eimer um 21.10 zwischen den Zelten gefunden.

Auf dem Zeltdach und neben dem Eimer lagen die Schlachtabfälle. Der weiße Kunststoffeimer war vermutlich kurz zuvor von der Dicknebrücke aus über einen mit Sichtschutz versehenen Bauzaun geworfen worden, berichtet die Polizei. Der Behälter war mit den Tierabfällen gefüllt. Die Ebersbacher Feuerwehr hat die Zelte gereinigt. Zur Aufklärung der Tat hoffen die Ermittler auf Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen, die zwischen 21 Uhr und 21.15 Uhr verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, können sich mit der Kriminalpolizei, unter (07161) 63-0, in Verbindung setzen.

Landrat Wolff: Verabscheuungswürdiger Akt

„Mit großer Betroffenheit habe ich vom Wurf eines Eimers mit Schlachtabfällen auf eine Flüchtlingsunterkunft erfahren. Auch wenn zum Glück keine Bewohner körperlich verletzt wurden, bin ich schockiert über diesen ekelerregenden und verabscheuungswürdigen Akt“, sagte Landrat Edgar Wolff. Er schrieb in einer Pressemitteilung: "Der Landkreis wird den Vorfall zum Anlass nehmen, das Sicherheitskozept für die Einrichtung mit der Polizei nochmals zu überprüfen."

Der Göppinger Landtagskandidat der Grünen, Alexander Maier, schrieb am Mittwochnachmittag: „Diese Tat ist einfach nur widerlich. Es ist erschreckend, welcher Hass zwischenzeitlich gegenüber Schutzsuchenden in Deutschland herrscht, dem müssen wir entgegentreten. Es sind alle demokratischen Parteien in der Pflicht, gemeinsam Hetzern zu widersprechen und mitzuhelfen, dass rechte Parolen nicht salonfähig und Anschläge dieser Art nicht Alltag werden.“