Bad Überkingen Brandstiftung: Staatsanwaltschaft geht von versuchtem Mord aus

Bad Überkingen / Ruben Wolff 24.09.2018
Die 32-Jährige, die eine Holztür der Gemeinschaftsunterkunft in Bad Überkingen angezündet haben soll, könnte im schlimmsten Fall 15 Jahre im Gefängnis sitzen. Die Staatsanwälte gehen von versuchtem Mord aus.

„Wir gehen von versuchtem Mord aus“, sagt Staatsanwältin Melanie Rischke über die Motivation der 32-Jährigen, die wegen des Verdachts auf Brandstiftung in Bad Überkingen in einer Justizvollzugsanstalt sitzt. Im schlimmsten Fall drohe der Tatverdächtigen eine 15-jährige Haftstrafe, im besten Fall könnte sie nach drei Jahren wieder frei kommen.

Tatverdächtige ist vorbestraft

Die vermeintliche Täterin soll am Dienstag vergangener Woche die Holztür zum Technikraum einer Gemeinschaftsunterkunft in Bad Überkingen angezündet haben. Damit habe sie die Möglichkeit des Todes der Menschen dort anerkannt oder mindestens billigend in Kauf genommen, vermutet die Staatsanwaltschaft.

Die 32-Jährige stammt aus dem Raum Geislingen, bestätigt Rischke. Asylbewerber, die in der Gemeinschaftsunterkunft leben, hatten die Frau bereits vor der Tat einige Male gesehen, erklärt Flüchtlingsbetreuer Roderich Schmauz. Die Tatverdächtige ist laut Rischke vorbestraft. Es sei aber „nichts Einschlägiges“ gewesen und liege zudem mehrere Jahre in der Vergangenheit, so Rischke auf Nachfrage der GEISLINGER ZEITUNG. Die Polizei selbst spricht diesbezüglich von Kleinkriminalität. Man könne die Schwere der Taten nicht miteinander vergleichen, so ein Polizeisprecher.

Polizei vermutet rassistisches Motiv

Wie bereits berichtet, gehen Polizei und Staatsanwalt bei der vermeintlichen Brandstiftung von einem rassistischem Motiv aus. Die 32-Jährige soll in den Sozialen Medien Spuren hinterlassen haben, die auf eine rassistische Gesinnung schließen ließen, wie eine Polizeisprecherin der GZ vergangene Woche mitgeteilt hatte. Zudem hatte die Polizei am Freitag berichtet, dass sich im Besitz der Verdächtigen eine Hakenkreuzfahne und mit SS-Runen bemalte Bilder befinden.

Die 32-Jährige hatte eine zweite Brandstiftung gestanden. Sie räumte ein, Gelbe Säcke vor einem türkischen Lebensmittelgeschäft angezündet zu haben (wir berichteten). In dem Gebäude in der Stuttgarter Straße hielten sich zu dem Tatzeitpunkt 16 Menschen auf. Ein paar Tage vorher war zudem ein Gebäude in der Uhlandstraße in Flammen gestanden, in dem auch Asylbewerber in der Anschlussunterbringung gelebt hatten. Die Polizei prüft derzeit, ob die Frau auch für diesen Brand verantwortlich ist, wie ein Polizeisprecher erklärt.

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