Randale Reifen an 100 Autos zerstochen

Eislingen / DIRK HÜLSER 27.01.2014
Die Reifen an mehr als 100 Autos sollen drei junge Männer in Eislingen in der Nacht zum Sonntag zerstochen haben. Auch Spiegel brachen sie ab.
Für mehr als 100 Autobesitzer in Eislingen gab es am Sonntag ein böses Erwachen: An ihren Fahrzeugen waren Reifen zerstochen worden, teilweise wurden auch die Spiegel abgebrochen. Nach Angaben der Polizeidirektion Ulm stehen drei Männer im Alter von 20 und 21 Jahren im Verdacht, die Autos, die im Ösch geparkt waren, mutwillig beschädigt zu haben. Der Sachschaden wird von den Beamten auf mehr als 50.000 Euro geschätzt.

Gegen 4 Uhr ging der erste Anruf bei der Polizei ein: Der Anrufer sagte, dass hinter dem Eichenhof an einem Auto der Reifen zerstochen worden sei. Eine Polizeistreife fuhr zum Tatort und stellte daneben gleich mehrere beschädigte Fahrzeuge fest, deren Reifen platt oder deren Spiegel abgeschlagen waren. Nach einem weiteren Anruf eines Zeugen in der Polizeizentrale konnten kurz darauf drei betrunkene Männer auf der Staufeneckstraße angetroffen und kontrolliert werden. In unmittelbarer Nähe wurde von den Streifenbeamten ein Messer gefunden und sichergestellt. Die Männer gelten als Hauptverdächtige.

Nach Sonnenaufgang wurden im Bereich der Eislinger Ramsbergerstraße, am Bärenbachweg und der Leonhardstraße sowie auf einem Parkplatz von der Polizei 99 beschädigte Fahrzeuge gezählt.

Mittlerweile ist die Zahl der betroffenen Autos gestiegen: „Es kommen immer wieder Besitzer zu ihren Autos, die die Beschädigung erst feststellen“, berichtet Polizei-Pressesprecher Uwe Krause. „Deshalb hat sich die Zahl noch weiter erhöht.“ Da die Ermittler davon ausgehen, dass es noch mehr Betroffene gibt, heißt es seitens der Polizei: „Besitzer von beschädigten Fahrzeugen sollten sich bitte mit dem Polizeirevier in Eislingen in Verbindung setzen.“

Die Geschädigten werden in der Regel wohl auf ihren Kosten sitzen bleiben. „Ein reiner Reifenschaden wird nicht ersetzt, das zahlt keine Versicherung“, sagt Michael Horn von der Württembergischen Versicherung, der sein Büro in Faurndau betreibt. Anders sehe es aus, wenn das Auto gleichzeitig zerkratzt werde oder der Spiegel abgerissen wird, das gelte als Vandalismusschaden – und der kaputte Reifen als Folgeschaden. „Diejenigen, denen auch der Spiegel abgebrochen wurde, haben also Glück im Unglück“, sagt Horn. „Denn da zahlt die Vollkasko.“ Falls die Betroffenen eine solche Versicherung haben.

Horn weist aber auf einen Haken hin: Bei der Vollkasko gelte meist eine Selbstbeteiligung von 300 oder 500 Euro – und die Prämien steigen im Schadensfall im Folgejahr. Da dürfte es meist günstiger sein, die neuen Reifen selbst zu bezahlen. Das hat er selbst im vergangenen Jahr erfahren, als ihm vor seinem Büro Reifen zerstochen wurden. So wie an elf anderen Autos auch.

Besitzer von beschädigten Fahrzeugen sollten sich bitte mit dem Polizeirevier in Eislingen in Verbindung setzen unter Telefon (07161) 8510.
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