Manzen Polizeieinsatz: Mann bedroht Ex-Frau

Manzen / SWP 31.08.2018
Ein Mann hat am Donnerstag in Göppingen seiner Ex-Frau gedroht. Nachdem Anwohner Schüsse hörten, nahm die Polizei den Mann fest.

Zum Schutz einer Frau waren am Donnerstag im Göppinger Stadtteil Manzen und Umgebung viele Polizisten im Einsatz. Die Frau lebt derzeit von ihrem Mann getrennt. Sie hatte gegen ihn wegen seines Verhaltens auch schon ein gerichtliches Annäherungsverbot erwirkt. Das war aber befristet und endete Mitte August. Seither drohe er ihr wieder, schleiche ums Haus und belästige sie wieder, meldete die Frau am Donnerstagabend gegen 21 Uhr hilfesuchend der Polizei. Auch jetzt halte er sich dort auf und drohe ihr. Die Polizei suchte sofort nach dem Mann, konnte ihn jedoch zunächst nicht finden.

Hubschrauber im Einsatz

Eine Stunde später meldeten Zeugen lauten Lärm aus der Gegend, ähnlich Schüssen, und Lachen. Wieder suchten mehrere Streifen nach dem Urheber des Lärms. Auch Polizeihunde und ein Hubschrauber kamen zum Einsatz. Während der Suche ergaben die Ermittlungen Hinweise darauf, wo sich der 40-Jährige aufhalten könnte. Die Polizei nahm ihn gegen Mitternacht in einer Gemeinde im Kreis Göppingen fest.

Nach eindringlichen Gesprächen erteilten die Polizisten dem Mann einen Platzverweis für das Umfeld der Wohnung seiner Frau. Ihn erwartet jetzt eine Strafanzeige. Eine Waffe konnten die Beamten nicht bei dem Mann finden. Unklar ist weiterhin, wodurch die Geräusche entstanden waren, die wie Schüsse geklungen hatten.

Die Polizei beriet auch die Frau, wie sie sich weiter schützen kann. Polizisten standen ihr während der Nacht bis zur Festnahme des Mannes zur Seite. Die weiteren Ermittlungen und Maßnahmen werden von speziell geschulten Polizeibeamten für solche Fälle häuslicher Gewalt vorgenommen.

Polizei bietet Beratung

„Häusliche Gewalt ist verletzend, strafbar und keine Privatangelegenheit“, schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung. Fast alle Formen häuslicher Gewalt stellten Handlungen dar, die gesetzlich mit Strafe bedroht sind: „Häusliche Gewalt ist kein eigener Straftatbestand. In Frage kommen viele Straftatbestände, die im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt ein polizeiliches Tätigwerden von Amts wegen auslösen, denn häusliche Gewalt ist nie Privatsache“, heißt es weiter in der Mitteilung.

Es gilt: „Jeder Mensch hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich.“ (Art. 2 Grundgesetz) Nicht nur das Polizeipräsidium Ulm hat sich deshalb den Schutz von Opfern häuslicher Gewalt auf die Fahnen geschrieben. Die Polizei gibt dazu auch online Tipps für die Opfer. Und sie bekräftigt, jedem Opfer mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Sie ermutigt die Opfer: „Wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihre Polizei.“

Die Beamten sagen den Betroffenen, welche Ämter und Behörden ebenfalls zu deren Schutz beitragen können.

Weitere Hilfe für Frauen bietet online das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

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