Ein Regionalzug hat am Mittwoch gegen 17:30 Uhr auf Höhe Gingen an der Fils einen ungefähr 250 Kilogramm schweren Heuballen erfasst. Nach derzeitigen Erkenntnissen kam der Heuballen offenbar während der Feldarbeiten eines 75-jährigen Landwirts an einem Hang ins Rollen und blieb mitten im angrenzenden Gleisbereich liegen, wie die Bundespolizei mitteilt.

Kreis Göppingen

Zug erfasst Heuballen bei Gingen: Keine Verletzten

Der Lokführer eines herannahenden Regionalzuges Richtung Stuttgart leitete demnach zwar beim Erkennen des Hindernisses umgehend eine Schnellbremsung ein, konnte jedoch einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Keiner der Fahrgäste wurde durch den Vorfall verletzt.
Am Zug entstand wohl nur deshalb kein größerer Schaden, da dem Steuerwagen eine massive Lok vorausgesetzt war. Da an dieser Lok lediglich ein geringer Sachschaden festzustellen war, konnte die Bahn die Fahrt kurze Zeit später fortsetzen. Der RE hatte aufgrund des ungeplanten Stopps 13 Minuten Verspätung, sechs darauffolgende Züge in Fahrtrichtung Stuttgart waren mit fünf bis zehn Minuten Verzögerung unterwegs, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Nachfrage mitteilte. Wie viele Passagiere in dem betreffenden Regionalexpress saßen, sei nicht gezählt worden.

Bundespolizei ermittelt gegen Landwirt

Die Bundespolizei ermittelt nun wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Dabei gelte es herauszufinden, inwieweit der Landwirt, der die Felder oberhalb der Bahnstrecke bewirtschaftet und vor Ort war, den Vorfall hätte verhindern können – etwa durch Sicherung des Heuballens. Man gehe nicht von einem „Vorsatzdelikt“ aus, erklärte ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Stuttgart auf Nachfrage der GZ.

Streckensperrung wegen Strohballen im August 2019

Im August 2019 war es zu einem ähnlichen Ereignis mit größeren Auswirkungen auf den Bahnverkehr gekommen: Ebenfalls bei Gingen rasten ein Interregio und ein Güterzug in einen Strohballen, die Bahnstrecke zwischen Ulm und Stuttgart war gesperrt.