Vor einem Mehrfamilienhaus in Mühlhausen im Täle ist es am Mittwochabend zu einem Großeinsatz von Polizei und Einsatzkräften des Spezialeinsatzkommandos (SEK) gekommen. Aus dem familiären Umfeld eines 44-jährigen Mannes war bekannt geworden, dass dieser in seiner Wohnung mit einer Schusswaffe hantierte, informierte die Pressestelle des Polizeipräsidiums Ulm nach dem Einsatz. Auch Augenzeugen berichteten vor Ort, dass der Mann auf dem Balkon mit „einer Waffe herumgefuchtelt hat“.

Von dem 44 Jahre alten Mann ging eine Gefahr für andere Menschen aus

„Weil eine Gefährdung sonstiger Personen nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde das Gebäude umstellt“, informierte die Polizei weiter. Zunächst waren gegen 15.30 Uhr mehrere Streifenwagen der Polizei angerückt, die kurze Zeit später von schwer bewaffneten Beamten des SEK unterstützt wurden. Auch zwei Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug mit insgesamt fünf Rettungskräften waren vor Ort. Die Polizisten sperrten den Filsweg im Bereich der Bahnhofstraße, die Brühlstraße und den Kreisverkehr an der B 466, der sich in der Nähe zu dem Wohnhaus befindet, weiträumig ab. Vor dem Zugriff hatten Polizisten die Nachbarn gebeten, in ihren Häusern und Wohnungen zu bleiben. Passanten sollten sich beim Parkplatz eines Lebensmitteldiscounters beim Kreisverkehr in Sicherheit bringen, sagte eine Augenzeugin. „Es herrschte Totenstille – das war schon heftig“, ergänzte sie.
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Göppingen

Der 44-Jährige habe sich laut Polizei geweigert, vor das Haus zu kommen. Spezialkräfte des SEK drangen deshalb in die Wohnung ein. Mehrere Anwohner berichteten davon, dass zwischen drei und fünf Schüsse fielen. Beim Zugriff durch das SEK sind der 44-Jährige und ein Polizist leicht verletzt worden. Sie wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Mehrere Waffen in der Wohnung des überwältigten 44-Jährigen

In der Wohnung fanden die Einsatzkräfte mehrere Waffen vor, deren „rechtliche Einordnung“ laut Polizei noch nicht abgeschlossen ist. Weitere Details zu dem Einsatz konnte die Pressestelle gestern Abend bis Redaktionsschluss nicht mitteilen. „Wir haben zunächst die Gefahrenlage beseitigt – jetzt gehen die Ermittlungen los“, sagte ein Pressesprecher auf Nachfrage der GEISLINGER ZEITUNG.

Schlierbach

Kurz vor 20 Uhr war der Einsatz beendet, und die SEK-Beamten gingen in ihrer Einsatzmontur – das Gesicht mit einer Sturmhaube verdeckt und der Brustkorb mit einer schusssicheren Weste geschützt – zu ihren Fahrzeugen zurück. Bewohner des Hauses, das sich in der Nähe vom katholischen Kindergarten Pusteblume entfernt befindet, und Anwohner der Wohngegend standen auf ihren Balkonen oder auf der Straße und versuchten, das Geschehene zu verarbeiten.

Bürgermeister Bernd Schaefer kann sich Situation nicht erklären

„Ich stehe vor einem Rätsel, wie es zu einer solchen Situation kommen kann“, sagte Mühlhausens Bürgermeister Bernd Schaefer und ergänzte: „Ich bin schockiert“. Der Rathauschef war zwar nicht vor Ort, wurde aber per Telefon über den Einsatz auf dem Laufenden gehalten.