Geislingen / SWP  Uhr
Nachdem eine Frau bei der Gedenkveranstaltung für NS-Opfer am Sonntag in Geislingen die Demonstranten beleidigt hatte, ermittelt jetzt die Polizei.

Am Sonntagnachmittag um 15 Uhr setzte sich ein Schweigemarsch mit mehreren Hundert Teilnehmern von der Geislinger WMF in Richtung Seebach in Bewegung. Es wurde dabei der Opfer des Geislinger KZ-Außenlagers gedacht.

Auf der Umzugsstrecke beleidigte eine Frau die Demonstranten. Die Beleidigungen hatten politischen Hintergrund, teilt die Polizei mit. Die Ordner griffen ein und sorgten so zusammen mit der Polizei dafür, dass die Veranstaltung friedlich weiterlaufen konnte.

GZ-Redaktionsleiter Michael Rahnefeld verurteilt die Schmährufe einer kopftuchbedeckten Frau am Rande des Schweigemarschs zur künftigen Gedenkstätte der Zwangsarbeiterinnen.

Auch in der Nähe der Moschee in der Heidenheimer Straße provozierten Zuschauer die Demonstranten. Auch dort sorgten Ordner und Polizei für die Sicherheit der Teilnehmer der Veranstaltung.

Die Geislinger Polizei sowie die Kriminalpolizei haben nun die Ermittlungen aufgenommen, mindestens eine Anzeige ist eingegangen. Von der Frau weiß die Polizei,  dass sie ein Kopftuch getragen hatte und zwischen 40 und 45 Jahren alt sein soll. Die Beamten ermitteln nun den genauen Tatablauf. Gegenstand der Ermittlungen ist zudem, ob es am Rande der Umzugsstrecke zu weiteren Straftaten gekommen ist, teilt die Polizei mit.

350 Menschen zeigen Flagge gegen Antisemitismus und erinnern mit einem Marsch an das Grauen im Geislinger KZ-Außenlager.