Das Verterinäramt hat am Montag 43 unterernährte und verletzte Hühner sowie einen Hahn von einem Anwesen im unteren Filstal gerettet. „Die Hühner wurden unter hochgradig tierschutzwidrigen Bedingungen gehalten“, teilte das Landeratsamt am Dienstag mit. Die Tiere seien bei Tag in einem baufälligen Schuppen untergebracht gewesen, in dem eine hohe Konzentration von schädlichem Gas herrschte.

Kein Futter und Wasser für die Tiere

Futter und Wasser für das Geflügel gab es nicht. „Zahlreiche der 43 Hühner einschließlich eines Hahns waren in einem gesundheitlich schlechten Zustand und wiesen Verletzungen auf“, schrieb die Behörde. Die Tiere seien dem Halter weggenommen und „tierschutzkonform“ an einem anderen Ort untergebracht worden.

Polizeieinsatz bei Überprüfung des Geflügelhalters

Auf die erbärmliche Haltung des Geflügels hatte ein Bürger das Amt aufmerksam gemacht. Diesem Hinweis folgend wollten Tierärzte des Veterinäramts, Vollstreckungsbeamte des Kreises und Polizisten aus Uhingen am Montagnachmittag das Anwesen im unteren Filstal überprüfen. Gegen die Begutachtung der Tiere habe sich ein vermeintlicher Halter aber teilweise gewehrt. „Die Kontrolle zum Schutz der Tiere wurde schließlich unter Hinzuziehung von zusätzlichen Einsatzkräften der Polizei zwangsweise gegenüber dem tatsächlichen Tierhalter und dem Dritten durchgesetzt“, berichtet das Landratsamt.

Verbot zur Haltung von Nutztieren

Der frühere Halter von Rindern, Ziegen und Hühnern ist schon in der Vergangenheit wegen eines ähnlichen Vergehens aufgefallen. Daraufhin verbot ihm das Veterinäramt die Haltung von Nutztieren, wogegen der Mann immer wieder verstieß. „Dieser hat schon mehrmals entgegen der rechtswirksamen Untersagung eine erneute Tierhaltung ohne die gesetzlich vorgeschriebene Registrierung beim Veterinäramt auch unter Heranziehung von Dritten als Strohmänner versucht“, berichtet der Kreis. Auch im jüngsten Fall sei ein Dritter vorgeschoben worden, der vor Ort erschien und die Kontrolle verhindern wollte.

Hühner werden versorgt und woanders untergebracht

„Nach amtstierärztlicher Bewertung des Hühnerbestandes als erheblich vernachlässigt wurde die Wegnahme der Hühner teils gegen den Widerstand des Tierhalters und des Dritten durch die Tierschutzbehörde vollstreckt.  Die Hühner wurden versorgt und anderweitig tierschutzkonform untergebracht“, heißt es in der Mitteilung. Die Veterinäramt werde wegen der Verstöße gegen den Tierschutz Anzeige erstatten.