Eislingen Messerstecher wollte als harter Drogenhändler gelten

Eislingen / SWP 10.07.2018
Gegen einen 21 Jahre alten Mann aus Eislingen hat die Staatsanwaltschaft Ulm Anklage wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung erhoben.

Wie Oberstaatsanwalt Michael Bischofberger am Dienstag mitteilt, räumte der junge Mann ein, am Abend des 4. Januar in Eislingen einen 49-Jährigen auf dem Filsweg mit einem Messer angegriffen zu haben. Das Opfer saß dabei in seinem Auto, als ihn der 21-Jährige unter einem Vorwand in ein Gespräch verwickelt und dazu die Fahrertür geöffnet hatte. Unvermittelt stach der 21-Jährige dann auf den Mann ein und verletzte ihn im Brustbereich derart schwer, dass er notärztlich und intensivmedizinisch in einer Klinik in Göppingen behandelt werden musste. Wäre einer der Stiche nicht vom Brustbein des Geschädigten abgelenkt worden, wäre dieser wahrscheinlich tödlich verlaufen, so der Oberstaatsanwalt.

Der Angeschuldigte, der sich drei Tage nach der Tat selbst gestellt hatte, wollte nach Einschätzung der Anklagebehörde das ihm völlig unbekannte Opfer nur deshalb töten, um in seinem Bekanntenkreis als angeblich knallharter Drogenhändler wahrgenommen und respektiert zu werden. So habe er schon vor der Tat Bekannten gegenüber gelogen und vorgegeben, dass er wegen Drogenhandels zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden sei.

Die Staatsanwaltschaft bewertet sein Verhalten als Versuch eines heimtückischen Mordes aus niederen Beweggründen. Im Falle einer Verurteilung wegen versuchten Mordes droht dem Angeschuldigten eine Haftstrafe zwischen drei Jahren und lebenslänglich.

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