Gruibingen Kundin warf nicht mit einer Torte

Gruibingen / RUW 30.08.2018
Der Streit in einer Bäckerei in Gruibingen lief offenbar anders ab, als zunächst von der Polizei berichtet.

„Es gab eine Auseinandersetzung, aber keine Ohrfeige“, sagt Jasmin Weber, Verkaufsleiterin der Bäckerei Kauderer in Gruibingen. Bei einem Streit in der Bäckerei soll am Samstag eine verärgerte Kundin mit einer Torte nach einer Angestellten geworfen haben. Laut Polizei habe die Kundin die Mitarbeiterin zudem geohrfeigt. Das waren die Informationen, die die GEISLINGER ZEITUNG am Wochenende von der Polizei erhalten hatte. Kaum war die Meldung in der Zeitung veröffentlicht, meldeten sich am Montag und Dienstag überraschte Leser, die eine andere Geschichte kannten, in der von fliegenden Torten und Ohrfeigen keine Rede war.

„Der Fehler liegt bei uns“, sagt Wolfgang Jürgens, Pressesprecher der Polizei, auf Nachfrage der GZ. Er räumt ein, dass die Presse fehlerhafte Informationen bekommen habe. Irgendetwas aber war passiert, sonst hätte niemand von der Bäckerei die Polizei angerufen, so Jürgens. In der Aufregung sei bei dem Telefonat wohl manches durcheinandergeraten. Vor Ort seien die Beamten zudem nicht gewesen. Im Moment liefen noch Ermittlungen.

Laut Verkaufsleiterin Weber habe die Kundin ihre Torte abholen wollen, doch es habe einen Streit ums Wechselgeld gegeben. Die Kundin sei deswegen hinter den Tresen getreten, um die Sache zu klären. Dabei sei die Torte heruntergefallen. Letztlich hätten sich die Mitarbeiter und die Kundin aber friedlich voneinander getrennt, betont die Verkaufsleiterin. Eine Videoanalyse solle nun zeigen, was sich alles genau abgespielt habe, sagt Weber. Von einer Anzeige wolle die Bäckerei absehen. Auflösung folgt.

In eigener Sache: Privilegierte Quellen

Recherche Bevor die GEISLINGER ZEITUNG einen Bericht veröffentlicht, prüfen die Redakteure ihre Quellen sorgfältig. Unser Anspruch ist eine wahrheitsgemäße Berichterstattung, wie in Ziffer 2 des Pressekodex festgehalten ist. Dazu gehört, dass Informationen vollständig sind und alle Seiten zu Wort kommen. Die Polizei gilt für die Presse als eine privilegierte Quelle, das heißt, wir dürfen uns auf deren Informationen verlassen. Wir müssen dies auch, weil Journalisten keine polizeilichen Ermittler sind. Fehler können passieren – das gilt auch für die Polizei. Über Hinweise von Lesern sind wir dankbar, um einen Sachverhalt journalistisch aufzuklären. Wir bedanken uns bei den Lesern, die uns höflich auf den Fehler hingewiesen haben.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel