Ein Feuer im Galvanikbereich der Böhmenkircher Firma „SAM Automotive“ hat am Samstag kurz nach 15 Uhr einen Großeinsatz mit rund 150 Rettungskräften ausgelöst. Die Feuerwehren aus Böhmenkirch und den Teilorten, Bartholomä, Geislingen und Eislingen sowie der gemeinsame Gefahrgutzug der Feuerwehr Salach und der Eislinger Firma „Zeller & Gmelin“ rückten in voller Mannschaftsstärke mit 22 Einsatzfahrzeugen an die Heidhöfe aus, hinzu kamen 26 Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes in 14 Fahrzeugen.

Millionenschaden nach Feuer bei Firma SAM

Feuer Millionenschaden nach Feuer bei Firma SAM

Die Brandbekämpfung erwies sich laut Kreisbrandmeister Michael Reick als sehr schwierig, weil sich in der 5600 Quadratmeter großen Halle mehrere bis zu 20 Kubikmeter große Becken mit hochkonzentrierter Säure und Lauge befanden.

Reick schätzt, dass zirka 500 Quadratmeter der Halle in Vollbrand standen; die Flammen schlugen bis zur Decke des eingeschossigen Gebäudes hoch und brachten das Dach auf einer Fläche von mehreren hundert Quadratmetern zum Einsturz.

Die Feuerwehrleute setzten zwei Drehleitern zum Löschen ein, rückten aber auch zu Fuß mit Schläuchen in die Halle vor, sofern dies möglich war. Die eingesturzgefährdete Decke sowie mit Lauge und Säure vermischtes Löschwasser, das bis in den Hof des Firmengeländes floss, zwang die Einsatzkräfte aber immer wieder, sich zurückzuziehen und die Arbeiten neu zu strukturieren – Reick spricht von einem notwendigerweise „sehr dynamischen Einsatz“.

Auch drei Stunden nach Ausbruchs war aufgrund der komplexen Situation das Feuer im eigentlichen Brandbereich noch nicht vollständig gelöscht. Reick rechnete um 18 Uhr mit noch einigen Stunden Nachlöscharbeiten.

Verletzt wurde nach bisherigen Informationen bei dem Brand niemand – alle 27 Mitarbeiter, die zu dem Zeitpunkt im Gebäude waren, konnten sich in Sicherheit bringen. Ein Feuerwehrmann rutschte im Löschwasser aus; seine Kleidung musste dekontaminiert werden, er habe sich aber nicht verletzt, erklärt Reick. Die Brandursache steht noch nicht fest.

Dirk Fischer, Geschäftsführer des Automobilzulieferers, geht von einem hohen Millionenschaden aus; die Anlage habe wohl Totalschaden, gearbeitet werden könne vorerst nicht. „Für unsere Kunden bedeutet das vermutlich Verzögerungen bei den Lieferungen“, sagte er.

Der Böhmenkircher Bürgermeister Matthias Nägele lobte die Arbeit der Einsatzkräfte. Es sei ihnen gelungen, ein Übergreifen der Flammen auf andere Bereiche zu verhindern. Die Schadenshöhe bleibe noch abzuwarten. „Dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind, ist das Wichtigste“, sagte er.