Donzdorf / KRISTINA BETZ  Uhr
Nach Informationen der Polizei hat ein 37-Jähriger am Montagmorgen in einer Donzdorfer Metzgerei seine 25-jährige ehemalige Lebensgefährtin im Beisein ihrer Kinder erstochen.

Der Bereich um den Eingang einer Metzgerei in Donzdorf ist am Montag um 10.30 Uhr mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Die Spurensicherung stellt im Laden Beweise sicher, draußen, vor dem Absperrband, versammeln sich Menschen mit erschrockenen Gesichtern. Ein Verbrechen, das sich am Montagmorgen gegen 8.45 Uhr in dem Donzdorfer Geschäft ereignet hat, lässt die Umstehenden fassungslos zurück. Nach ersten Informationen von Polizei und Staatsanwaltschaft erstach ein 37-Jähriger aus noch ungeklärtem Motiv seine 25-jährige Ex-Lebensgefährtin. Nach Aussagen der Polizei sei die Frau mit ihren drei Kindern an der Donzdorfer Hauptstraße entlang gegangen, als sie ihren Ex-Lebensgefährten erblickte.

Dieser sei mit einem Messer bewaffnet gewesen. Die junge Frau flüchtete daraufhin in den Kundenbereich der Metzgerei, die in einem Hinterhof an der Hauptstraße liegt. Der Mann folgte ihr und stach die Frau mit mehreren Messerstichen nieder – an den tödlichen Verletzungen erlag das Opfer noch am Tatort. Offenbar mussten die drei gemeinsamen Kinder sowie eine Kundin und zwei Angestellte der Metzgerei die Bluttat mitansehen, wie Polizeisprecher Uwe Krause mitteilt. Ein Notfallseelsorger kümmerte sich noch vor Ort um die Zeugen und Angehörigen. Nach der Tat sei der mutmaßliche Täter aus dem Geschäft geflüchtet. Bei einer großangelegten Fahndung, bei der auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz war, konnte der Mann in unmittelbarer Nähe des Tatorts gefasst werden und befindet sich nun in Haft.

Opfer und mutmaßlicher Täter wohnten bis November vergangenen Jahres zusammen, dann folgte die Trennung. Die drei Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter lebten daraufhin bei der Mutter. Eine aufgelöste Augenzeugin vor Ort berichtete, dass der mutmaßliche Täter der Polizei bekannt gewesen sei und das Opfer bereits seit einem Jahr Probleme mit dem gewaltbereiten Mann gehabt habe. Der 37-jährige Gefasste sei tatsächlich polizeibekannt gewesen, bestätigt Polizeisprecher Uwe Krause. Es lägen mehrere Anzeigen wegen Straftaten gegen ihn vor. Darunter seien auch Gewaltdelikte. Genauere Angaben zu den bestehenden Anzeigen wollte die Polizei jedoch nicht machen: „Das ist nun Gegenstand der umfassenden Ermittlungen sowie der langwierigen Vernehmungen“, sagt Krause. Unklar sei bislang auch das Tatmotiv. Augenzeugenberichte, wonach der Täter betrunken gewesen sei, konnte die Polizei nicht bestätigen. „Wir haben aber Blutuntersuchungen veranlasst“, berichtet Krause.

Pfeile, mit Kreide auf den Asphalt gemalt, markierten am Montagmorgen den Fluchtweg der Frau und ihrer drei Kinder in die Metzgerei. Wieso die junge Mutter sterben musste, ermittelt nun die Polizei.