Göppingen / Von Peter Buyer  Uhr
Kinder und Sonne strahlen um die Wette, der Festzug ist besonders bunt, und der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till betont die Vielfalt in der Stadt.

„Endlich, endlich wieder Maientag.“ Oberbürgermeister Guido Till steht dort, wo er immer steht am Maientag um 10 Uhr. Angekündigt von vier Fanfaren tritt er auf den Rathausbalkon und spricht. Sein Thema in diesem Jahr ist die Vielfalt der Stadt. Es ist Tills 15. Maientag als OB und er zitiert aus seiner ersten Festrede 2005: „Miteinander, ein Freudenfest aller Nationen“.

Eine Stadt vieler Nationen ist Göppingen immer noch, hier leben und arbeiten Menschen aus aller Herren Länder, „Wohnungstür an Wohnungstür, Büro an Büro und Drehbank an Drehbank“, sagt Till. Ganz wichtig für das Miteinander seien die Kinder. Wie sie ohne Vorbehalte miteinander umgehen, sei auf dem international gut besuchten Spielplatz im Schlosspark immer wieder gut zu beobachten.

Gemeinsame Sprache sei besonders wichtig

Für besonders wichtig hält Till dabei die gemeinsame, also deutsche, Sprache. „Schon in den Kitas der Stadt unternehmen wir große Anstrengungen“, betont Till, um diese wichtige Grundlage den Kindern mitzugeben. Und er erinnert „nebenbei“ daran, dass die Erzieherinnen und Erzieher – bei denen er sich ausdrücklich für ihre immens wichtige Arbeit bedankt – „genauso bunt wie die Kinder und die ganze Stadt sind“. Dann ist er wieder bei den Kindern, alle haben Träume, viele etwas, was sie antreibt. Till erzählt von einem Mädchen, das aus dem Irak nach Göppingen kam: „Sie will Architektin werden, Häuser für die ganze Familie und alle Kinder bauen.“ Ein kleiner Junge will „Computer-Spezialist werden, er war mit seinem Bruder im Göppinger NWT-Haus“. Ein anderer „möchte zur Polizei, wie sein Vater“. Der OB ruft den Göppingern zu: „Lassen Sie sich mitreißen von der kindlichen Freude.“ Und: „Mit Fug und Recht sind wir stolz auf unseren Maientag.“ Dann ist es soweit, „Geh aus, mein Herz und suche Freud . . .“ wird angestimmt.

Maientag 2019 Stadt feiert das Miteinander auf dem Maientag in Göppingen

Lange suchen muss man die Freude nicht, schon die erste Schule im Festzug sorgt für gute Laune – und etwas Abkühlung. Die Schulkinder der Südstadt-Grundschule stellen alte Berufe vor, die Wäscherinnen ziehen Tücher durch den Waschzuber und schleudern das Wasser auf die Zuschauer. Die Schüler der Bodenfeld-Grundschule zeigen dann die Vielfalt, die der OB meint und schwenken Fahnen aus allen Ecken der Welt, die Kinder der Pestalozzischule marschieren unter dem Motto: „Gemeinsam sind wir groß, gemeinsam können wir was ändern.“ Die Walther-Hensel-Schule setzt auf Märchen. Rund 40 Rotkäppchen sind unterwegs, dahinter marschiert eine Truppe von Till Eulenspiegeln. Es ist für alle was dabei, die Grundschule im Staufer-Park hat die kleine Raupe Nimmersatt, Bibi Blocksberg und den kleinen Vampir dabei, die Albert-Schweitzer-Schule setzt auf Exotisches: Holländische Meisjes mit Röcken in Oranje, Chinesen und Indianer mit lautem „Huhuhuhu“-Geschrei ziehen über den Marktplatz.

Vielfalt der Stadt offensichtlich

Und dann ist die Vielfalt der Stadt ganz offensichtlich, „alle sind stolz auf ihre unterschiedliche Kultur“, hat Till in seiner Rede gesagt. Gruppen und Vereine aus aller Welt ziehen durch die Innenstadt. Griechen, Vietnamesen, natürlich Italiener, die schon als Gastarbeiter an die Fils kamen, Aleviten, der Philippinische Freundeskreis, der Albanische Kulturverein mit der wohl berühmtesten Albanerin aller Zeiten im Wappen, Mutter Teresa. Dann kommen die Kroaten, die Union Latinoamericana, eine Gruppe aus Bosnien-Herzegowina, Spanierinnen mit Fächern und Kastagnetten und Chinesen mit einem Drachen. Mitten in Göppingen.

Einmal Dirndl-Königin oder Lederhosen-Prinz sein: Anna Schuhmacher und Tobias Hermann haben es geschafft.

Historischer Festzug durch die Stadt

Dann folgt der Historische Festzug, schon früher kamen die Menschen aus anderen Ecken der Welt ins Filstal: Die Römer. Nach den Römern waren erst die Staufer und dann die Württemberger da, die kamen eher aus der Region, der seit 2005 „regierende“ OB Till ist Rheinländer. Aber der Maientag ist natürlich viel mehr als die Rede des OB und der Festzug, es ist ein großes Fest des Miteinanders. Und dabei darf auch mal was getrunken werden.

Maientag 2019 Viele bunte Schüler-Vorführungen in der EWS-Arena zum Maientag

Kurz vor Ende des Festzuges am Mörike-Gymnasium haben einige Göppinger und Festbesucher das bereits geöffnete Brunnenhäusle im Oberhofenpark entdeckt. Baubürgermeister Helmut Renftle, der Grünen-Landtagsabgeordnete Alex Maier und Daniel Frey, Chef der Europa-Union Göppingen, stoßen schon mal an, mit Wasser oder einem – kleinen – Bier.

Maientag 2019 Der Göppinger Maientag 2019!