Kreis Göppingen Menschen aus Landkreis mit angeblichen Sex-Videos erpresst

Kreis Göppingen / Ruben Wolff 10.01.2019
Die Polizei warnt vor Betrügern, die per E-Mail ihre Opfer sexuell erpressen wollen. Es gab mehrere Fälle im Kreis.

Keines der Opfer aus dem Landkreis ging auf die Forderungen der Erpresser ein, berichtet die Polizei. Die Betrüger hatten behauptet, die Webcam gehackt zu haben und im Besitz von Videos zu sein, auf dem ihre Opfer beim Masturbieren vor dem Computer zu sehen sind. Damit dieses Video nicht an Freunde und Familienmitglieder gesendet wird, sollten die Erpressten innerhalb von 48 Stunden mehrere Tausend Euro zahlen. Die E-Mail hatten Menschen aus Geislingen, Eislingen und Ebersbach erhalten. Laut Polizei gingen zudem Anzeigen aus den benachbarten Städten Giengen an der Brenz, Ulm und Dietenheim ein.

Polizei: Mit einer Zahlung hört es nicht auf

„Man weiß ja, dass man nicht zahlen soll und hofft, dass der Computer auch nach der 48-Stundenfrist noch unbeschadet weiterläuft“, sagt ein Geislinger, der nicht namentlich genannt werden will. Sein Sohn hatte die E-Mail bekommen und ausgedruckt und die Festplatte mit einem Anti-Virus-Programm gescannt und sich dann an die Polizei in Geislingen gewendet. So eine Vorgehensweise sei richtig, lobt ein Polizeisprecher auf Nachfrage der GEISLINGER ZEITUNG. Auf keinen Fall dürfe das Geld überwiesen werden. „Die Erpressung hört mit einer Zahlung auch nicht auf“, vermutet der Polizeisprecher.

Altes Problem, neues Werkzeug

Erpressungen wie diese nennt die Polizei „Sextortion“. Der Begriff setzt sich aus den Worten „Sex“ und „Extortion“ zusammen (englisch für „Erpressung“).

„Es hat schon immer Erpressungen gegeben, aber die Täter haben ein neues Werkzeug“, sagt der Polizeisprecher und meint damit das Internet. Betrüger erreichten heutzutage mit relativ wenig Aufwand möglichst viele Opfer. Sie wollten die Menschen unvorbereitet im eigenen Wohnzimmer treffen. Das Gute aber sei: „Meistens scheitern die Betrüger.“

Problematisch dagegen sei: Selbst, wenn die Betrüger fast immer scheitern, irgendwann gehe ihnen jemand in die Falle. Aus diesem Grund sei es auch wichtig, auf die Gefahren hinzuweisen, sagt die Polizei. Wer bedroht wird, sollte einen Screenshot machen und Anzeige erstatten.

Tipps gegen „Sextortion“ und findet man unter polizei-beratung.de

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