Am Donnerstag, 30. Juli 2020 meldet das Gesundheitsamt Ostalbkreis 84 Corona-Infektionen, die auf die Trauerfeier Mitte Juli in Schwäbisch Gmünd zurückzuführen sind. 24 Erkrankte davon sind inzwischen wieder gesund und konnten bereits aus der häuslichen Isolation entlassen werden. 69 aktive Fälle waren dem Ostalbkreis zuzurechnen. Auch aus den Nachbarlandkreisen Rems-Murr und Göppingen sowie aus Reutlingen stammen Besucher der Trauerfeier. In Geislingen waren am Donnerstag Stand 16 Uhr zwei bestätigte Fälle im Zusammenhang mit Gmünd bekannt. An der Geislinger Uhlandschule waren bei Viertklässlern und Lehrern jedoch noch Tests im Gang. Darüber hinaus wurden vom Gesundheitsamt Göppingen zehn Verdachtsfälle genannt.
Mittlerweile hat das Gesundheitsamt im Zusammenhang mit der Ermittlung von Erkrankten und Kontaktpersonen bereits über 500 Tests durchgeführt, wobei rund 100 Personen - vor allem an Schulen - doppelt getestet wurden. Am Vormittag war die Zahl der positiven Ergebnisse noch auf 71 beziffert worden.

Ostalb-Landrat droht mit Bußgeldern, Teilnehmerlisten werden Pflicht

Weil sich die Zahl der Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen sehr stark der vom Ostalbkreis selbst definierten „Vorwarnmarke“ von 78,5 Fällen binnen sieben Tagen annähert, hat der Führungsstab unter der Leitung von Landrat Klaus Pavel erste Maßnahmen beschlossen. „Wir haben mit den Städten Schwäbisch Gmünd und Heubach abgestimmt, dass die Einhaltung der behördlich angeordneten häuslichen Isolation vor Ort durch die Kommunen persönlich kontrolliert und bei Verstößen mit deutlichen Bußgeldern geahndet wird“, erklärt Landrat Klaus Pavel dazu.
Ziel sei es, den Betroffenen deutlich zu machen, dass die Einhaltung der Quarantänemaßnahmen zur Eindämmung des aktuellen Ausbruchs unerlässlich ist. „Die Stadt Schwäbisch Gmünd hat bereits erklärt, dass sie in Abhängigkeit von der Teilnehmerzahl bei Bestattungsfeiern die erforderlichen Maßnahmen, wie etwa Maskenpflicht oder das Führen von Teilnehmerlisten, verbindlich festlegen will“, so Pavel weiter. Die Stadt Schwäbisch Gmünd wird deshalb eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen.

Quarantäne bis zum zweiten Test

Im Zuge des Managements des Coronaausbruchs in Schwäbisch Gmünd wurden vom Gesundheitsamt unter anderem acht Schulklassen an sieben Schulen in den Städten Schwäbisch Gmünd und Heubach getestet. Inzwischen liegen die letzten noch ausstehenden Ergebnisse der Grundschule Hardt vor, die allesamt negativ waren. Das Gesundheitsamt bietet Schülerinnen und Schülern der getesteten Schulklassen in der Grundschule Hardt, der Schillerschule Heubach und dem Parlergymnasium Schwäbisch Gmünd , die derzeit noch in behördlich angeordneter häuslicher Isolation sind, auf freiwilliger Basis einen weiteren Coronatest an. Sofern dieser erneut negativ sein sollte, können die betreffenden Kinder und Jugendlichen aus der häuslichen Isolation entlassen werden. Erste Schulklassen haben dieses Angebot bereits angenommen.

Landrat Pavel will Quarantäne polizeilich durchsetzen lassen

Erneut bittet Landrat Klaus Pavel im Namen der gesamten kommunalen Familie darum, generell die Abstands- und Hygieneregeln zu beachten. Wie schnell sich bei Menschenansammlungen jeglicher Art das Coronavirus wieder verbreiten kann, verdeutliche das aktuelle Infektionsgeschehen.