Großbrand Feuer zerstört Galvanik-Betrieb

Von Thomas Hehn 01.01.2018
Ein Großbrand am Neujahrsmorgen hat große Teile eines Geislinger Galvanik-Betriebes zerstört. Es entstand Schaden in Millionenhöhe.

Einen Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und weiteren Rettungskräften hat am Neujahrstag ein Brand  in einem Geislinger Galvanik-Betrieb ausgelöst. Ersten Erkenntnissen zufolge wurde niemand verletzt, allerdings scheint der Sachschaden beträchtlich zu sein, erste Schätzungen gehen von bis zu zwei Millionen Euro aus. Das Feuer zerstörte das komplette Obergeschoss des 400 Quadratmeter großen Gebäudes.

Wie die Polizei weiter mitteilt, wurde das Feuer vom Besitzer der Firma entdeckt, der um 10.29 Uhr die Feuerwehr alarmierte. Als die Geislinger Wehr am Brandort im Gewerbegebiet gegenüber dem Geislinger Aktivmarkt eintraf, stand das gesamte Obergeschoss in Flammen und es stiegen dicke schwarze Wolken über der Robert-Bosch-Straße auf. Mit Unterstützung der anschließend angerückten Wehren aus Amstetten, Göppingen und Salach wurde verhindert, dass die Flammen auf direkt angrenzende Firmengebäude übergriff. Um 11.49 Uhr war das Feuer schließlich unter Kontrolle.

Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung vorsorglich aufgefordert, die Fenster geschlossen zu halten. Laufende Messungen der Feuerwehr ergaben keine Hinweise auf gefährliche Giftstoffkonzentrationen. Die Löscharbeiten zogen sich bis in den Nachmittag hinein. Die Heidenheimer Straße musste für mehrere Stunden gesperrt werden.

Über die Brandursache gibt es noch keine Erkenntnisse. Zu Fragen, ob das Feuer eventuell durch einen verspätet abgefeuerten Feuerwerkskörper,  bei Betriebsabläufen oder durch einen technischen  Defekt ausgelöst  wurde, konnten Polizei und Feuerwehr zunächst noch keine Aussagen machen.

Erst nachdem das Feuer gelöscht war, konnten Mitglieder des Gefahrgutzuges der Salacher Feuerwehr erkunden, welche Chemikalien im Obergeschoss es Betriebsgebäudes gelagert waren. Genauere Untersuchungen des Brandorts sind erst in den kommenden Tagen möglich.

Fest steht dagegen schon, dass offensichtlich auch die Geislinger Kläranlage betroffen ist. „PH-Messungen haben ergeben, dass dort einiges angekommen ist", erläuterte Kreisbrandmeister Dr. Michael Reick am Abend gegenüber der GEISLINGER ZEITUNG. Offenbar sind doch beträchtliche Mengen Chemikalien ins Kanalsystem gelangt, obwohl die Feuerwehren das Löschwasser abgesaugt und in Spezialbehältern aufgefangen hatte. Reick zufolge befanden sich im betroffenen Bereich des Obergeschosses neben 10 000 Litern Natronlauge noch 2000 Liter Salzsäure sowie diverse Bäder mit Zink- und Nickellösungen. Neben den Chemikalien erschwerte zudem noch eine große Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes den Einsatz der Feuerwehrleute. Reick: "Da besteht immer die Gefahr, dass Löschwasser unter Strom steht."

Bei dem Großeinsatz waren insgesamt 120 Feuerwehrleute mit 21 Fahrzeugen, 12 Ersthelfer vom DRK und mehrere Streifenwagen der Polizei im Einsatz