Feuer Brand in Mehrfamilienhaus: 82-Jährige schwer verletzt

MICHAEL SCHORN 03.12.2015
In einem Mehrfamilienhaus in der Schillerstraße ist am Donnerstagnachmittag ein Brand ausgebrochen. Eine Hausbewohnerin wurde schwer verletzt. Es entstand ein Schaden von mehreren hunderttausend Euro. Der Grund des Brandes war eine brennende Kerze.Mit Bildergalerie.
Großeinsatz für Feuerwehren, Rettungsdienste und die Polizei in Gammelshausen. Am Donnerstag gegen 14.10 Uhr bemerkte eine Bewohnerin des Achtparteienhauses in der Gammelshäuser Schillerstraße 11 Rauch im Treppenhaus und wählte den Notruf. In einer Wohnung im zweiten Obergeschoss war ein Feuer ausgebrochen, das sich rasch auf die gegenüberliegende Wohnung sowie die Wohnräume im dritten Obergeschoss ausweitete.

Beim Brandausbruch hielten sich neun Menschen im Gebäude auf, fünf von ihnen konnten sich nach Polizeiangaben über das Treppenhaus selber in Sicherheit bringen. Auch in der Wohnung, in der das Feuer ausbrach, soll sich eine Person aufgehalten haben.

„Die ersten Feuerwehrleute aus Gammelshausen waren um 14.18 Uhr am Einsatzort“, erklärte Kreisbrandmeister Dr. Michael Reick. „Vier Personen und ein Hund im dritten Obergeschoss konnten wegen der Rauchentwicklung das Haus nicht mehr durch das Treppenhaus verlassen. Sie standen am Fenster, als die Feuerwehr eintraf.“ Zunächst hätten die Gammelshäuser Feuerwehrleute versucht, die Bewohner, darunter ein kleiner Junge, mittels tragbarer Feuerwehrleitern zu retten. Da dies nicht klappte, wurden sie schließlich mit der Drehleiter der Feuerwehr Göppingen geborgen, die gegen 14.23 Uhr vor Ort war, berichtete der Kreisbrandmeister.

Bei dem Brand erlitt eine 82-jährige Bewohnerin eine Rauchgas-Intoxikation, sie wurde schwer verletzt. Drei weitere Bewohner zogen sich ebenfalls Rauchvergiftungen zu, die jedoch nicht so gravierend waren. Zwei Notärzte und der Rettungsdienst mit 26 Personen und zehn Fahrzeugen waren im Einsatz. Die vier Verletzten kamen mit Rettungsfahrzeugen in die Klinik.

Gegen 15 Uhr hatten die 55 Feuerwehrleute mit neun Einsatzfahrzeugen aus Gammelshausen, Dürnau und Göppingen den Großbrand gelöscht. Zuvor war die Rauchsäule weit über Gammelshausen hinaus sichtbar gewesen. Die Fenster des Gebäudes in der Schillerstraße zersprangen teilweise wegen der Brandhitze, die Außenwände des Hauses waren rußgeschwärzt. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf mehrere hunderttausend Euro. „Sechs der acht Wohnungen sind auf unbestimmte Zeit unbewohnbar“, sagte Kreisbrandmeister Michael Reick. Für die Betroffenen baute der Rettungsdienst unweit des Einsatzortes ein Versorgungszelt auf.

„Die meisten der Bewohner kommen jetzt erst einmal privat unter“, erläuterte Bürgermeister Daniel Kohl. Auch zwei Familien mit Kindern seien betroffen. „Zum Glück sind in einer örtlichen Pension vor kurzem Zimmer frei geworden“, erklärte der Gammelshäuser Rathauschef. „Die Bewohner, die wollen, können dort kurzfristig unterkommen.“ Die beiden Familien würden dieses Angebot voraussichtlich ab heute in Anspruch nehmen. „

Das ist ein schwarzer Tag für Gammelshausen, im wahrsten Sinne des Wortes“, sagte Kohl. „Auf einen solchen Brand können wir gut verzichten.“ Er habe die Sirene gehört und den Rauch von seinem Bürozimmer im Rathaus aus gesehen und habe dann alles stehen und liegen gelassen und sei zum Einsatzort geeilt.

Die Brandermittler der Polizei untersuchen jetzt die Wohnungen nach der Brandursache. Bis Donnerstagabend war diese allerdings noch unklar.