Den Enkeltrick kennt mittlerweile so gut wie jeder: Betrüger rufen ältere Menschen an, geben sich als deren Enkel aus und bitten um Geld. Aber Betrüger sind kreativ und lassen sich immer etwas Neues einfallen, bestätigt auch Wolfgang Jürgens von der Polizei Ulm: „Betrüger sind ein Dauerproblem.“ Ihre neuste Masche: Falsche Polizisten. Die Zahl des Trickbetrugs durch angebliche Polizisten belief sich im Jahr 2017 auf 183 Einzelfälle - allein in Ulm.

Die falschen Polizisten gehen dabei oft äußerst professionell vor: Die Hintermänner sitzen im Ausland, auf dem Display des Angerufenen erscheint die Notruf-Nummer 110. Das wirkt erst mal offiziell und wiegt die Opfer in Sicherheit.

Falsche Polizisten in Baden-Württemberg Millionenschaden durch Betrüger - Zahl der Fälle steigt

Stuttgart

Laut Jürgens erzählen die Anrufer in der Regel „Gschichtle“, etwa von einem festgenommenem Einbrecher, bei dem man eine Liste mit Adressen und Telefonnummern gefunden habe. Um die Anwohner zu schützen, solle man den „Beamten“ Bargeld und Wertsachen übergeben, die man zu Hause aufbewahre. Die Betrüger erscheinen bei den Opfern zu Hause und geben sich als Kripo-Beamte in Zivil oder Notare aus und nehmen mit, was sie kriegen können.

Jürgens rät, „Auf der Bank ist das Geld sicherer, man sollte Wertsachen und Bargeld nie zu Hause aufbewahren“. Außerdem solle man Betrug immer zur Anzeige bringen, auch, wenn man schon vorher misstrauisch geworden ist und aufgelegt hat: „Jeder Hinweis kann der Polizei helfen und nur so gibt es eine Chance, dass man sein Hab und Gut zurückbekommt, falls man doch darauf hereinfällt und etwas hergibt.“

Tipps bei Betrügern am Telefon

Die Polizei gibt im Hinblick auf Betrüger folgende Tipps und Hinweise:

  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.
  • Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotruf-Nummer 110 an. Das tun nur Betrüger.
  • Sind Sie sich unsicher, rufen Sie die 110 an - benutzen Sie nicht die Rückruftaste, weil sie sonst eventuell wieder bei den Betrügern landen.
  • Verraten Sie am Telefon niemals etwas über finanzielle oder persönliche Verhältnisse.
  • Legen Sie auf wenn Sie nicht sicher sind, wer da anruft oder die Anrufer Sie nach persönlichen Dingen fragen, etwa, ob Sie Geld oder Schmuck zu Hause aufbewahren. Auch wenn Sie sich unter Druck gesetzt fühlen oder gebeten werden, Geld zu überweisen, sollten Sie nicht darauf eingehen, sondern auflegen.
  • Klären Sie ältere Verwandte und Freunde über das Thema auf und warnen Sie sie vor Betrügern am Telefon.

Mehr Tipps und Infos zum Thema Betrug stellt die (echte) Polizei unter www.polizei-beratung.de zur Verfügung. In den örtlichen Polizeidienststellen liegen Broschüren zum Thema aus und die Beamten dort können bei Fragen weiterhelfen.

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