Ehingen Feuer in der Altstadt: Bislang kein Hinweis auf die Brandursache

Brandspezialisten der Kriminalpolizei haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Noch liegen keine Erkenntnisse vor. Auf Brandstiftung deutet zumindest im Moment nichts hin.
Brandspezialisten der Kriminalpolizei haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Noch liegen keine Erkenntnisse vor. Auf Brandstiftung deutet zumindest im Moment nichts hin. © Foto: dpa
Ehingen / Renate Emmenlauer / swp 09.08.2018
Noch während des Brandes haben die Ermittlungen zur Ursache des Feuers begonnen, das in Ehingen am Mittwoch drei Mehrfamilienhäuser zerstörte. Auch heute sind Brandspezialisten vor Ort.

Die Ehinger Feuerwehr musste gestern Abend nun schon zum vierten Großbrand binnen weniger Wochen ausrücken. Um 20.43 Uhr hatte die Leitstelle einen Gebäudebrand in der Unteren Hauptstraße gemeldet.

Als die Einsatzkräfte am Brandort in der Ehinger Altstadt unterhalb der Liebfrauenkirche eintrafen, brannte das zweite Obergeschoss eines Wohnhauses bereits lichterloh und „ein Flammenmeer“, sagte Feuerwehrkommandant Oliver Burget später, schlug bereits aus dem Balkon.

Beide Bewohner unverletzt gerettet

In dem Haus wohnen eine Frau und deren Sohn, die gestern Abend in der ersten Etage einen Film angeschaut hatten, wie der junge Mann gegenüber der Polizei sagte. Die beiden waren zuvor unverletzt von der Feuerwehr gerettet worden.

Wie und weshalb der Brand im Obergeschoss ausgebrochen sein könnte, wo der Sohn auch sein Zimmer hat, konnte er sich im Gespräch mit der Polizei nicht erklären. Weil das in Brand geratene Gebäude mit zwei weiteren Häusern aneinander gebaut ist, griff das Feuer innerhalb von Minuten auch auf diese Häuser über.

Kreisbrandmeister Ziegler: „Glück im Unglück“

„Hier in der Unteren Stadt haben wir die Problematik, dass Haus an Haus steht, viele sind zusammengebaut. Das birgt natürlich eine riesige Gefahr für die umliegenden Gebäude“, sagte Burget. Kreisbrandmeister Ralf Ziegler sagte: „Wir hatten trotz allem Unglück noch Glück, dass nach unseren Erkenntnissen alle 14 Bewohner rechtzeitig aus den Häusern geholt werden konnten.“ Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf eine Million Euro.

Etwa 100 Einsatzkräfte waren vor Ort, die Feuerwehren aus Ehingen und Munderkingen samt den Drehleitern, überdies die Teilortwehren aus Rißtissen, Dächingen, Pfarrei und Kirchen. 48 Atemschutzgeräteträger standen parat, von denen viele die Häuser nach Bewohnern durchsuchten. Helfer des THW leuchteten die Einsatzstelle aus, der Notfallnachsorgedienst des DRK stand zur Betreuung von Betroffenen und Einsatzkräften bereit.

Feuerwehr durch Hitze „am Limit“

Unmittelbar nach dem Ausbruch des Brandes war auch der Rettungsdienst mit 21 Einsatzkräften und drei Notärzten eingetroffen. „Unsere Feuerwehrleute sind bei der Gluthitze am Limit. Wir rechnen bei dem einen oder anderen der Hilfskräfte mit einem Hitzekollaps“, sagte Burget.

Und auch einige Anwohner, die ebenfalls ihre Häuser verlassen mussten, waren ärztlich versorgt worden. Eine ältere Dame klagte über massive Herzschmerzen und Atemnot. Sie wehrte sich allerdings massiv gegen einen Krankenhausaufenthalt, da ihr Haus direkt am Brandherd angrenzte.

Trockenheit keine Brandursache

Die Frage, ob die Trockenheit bei diesem Brand und den anderen Großbränden eine Rolle gespielt haben könnte, verneinte der Kreisbrandmeister. „Wir haben jedes Mal eine andere Brandursache. Jeder Fall ist anders. Aber beim Gebäudebrand spielt die Trockenheit nicht mit.“

Zum Brandort geeilt waren gestern Abend auch Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann und Ordnungsamtsleiter Ludwig Griener, die sich unverzüglich um die Unterbringung der 14 Bewohner kümmerten, die vorerst nicht in ihre Wohnungen zurück können.

Zwei Bewohner werden in städtischen Wohnungen untergebracht, alle anderen kommen bei Verwandten unter. Um weitere Schäden zu verhindern, stellte Peter Guggemos von der Ehinger Energie von der Drehleiter aus den Strom in den betreffenden Häusern ab.

Die Feuerwehr hielt die ganze Nacht Brandwache, für den Fall, dass sich noch Glutnester in den Häusern befinden. Was die Rettungskräfte während des ganzen Einsatzes einmal mehr ärgerte, waren die vielen Schaulustigen, die entlang der Unteren Hauptstraße die Rettungsgasse blockierten.

Schon in den vergangenen Wochen hatten Feuerwehren in Ehingen wiederholt zu großen Einsätzen ausrücken müssen:

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel