Verhandlung 39-Jähriger wollte Ruhe haben - Zechkumpanen niedergestochen

Heilbronn / DPA/LSW 03.09.2012
Weil er zwei Zechkumpanen niedergestochen haben soll, muss sich ein 39-Jähriger seit Montag vor dem Landgericht Heilbronn verantworten.
Laut Anklage soll der Heilbronner am 2. März in seiner Wohnung mit einem Küchenmesser auf die Opfer losgegangen
sein. Während das eine Opfer drei Messerstiche und einen Fastschlag ins Gesicht dank Notoperation überlebte, starb der andere nach einem Messerstich in die Brust noch am Tatort. Der Angeklagte habe seine Ruhe haben wollen, hieß es.

Alle drei sollen zum Tatzeitpunkt stark alkoholisiert gewesen sein. Beim Angeklagten wurden 2,71 Promille festgestellt. Nach Angaben seines  Verteidigers hat der Angeklagte selbst den Rettungsdienst gerufen. Im Falle einer Verurteilung droht dem 39-Jährigen nach Angaben des Gerichts eine Haftstrafe zwischen fünf und 15 Jahren.

Am ersten Verhandlungstag ging vor allem um die Vergangenheit des Angeklagten: Die Kindheit verbrachte er zum Teil im Heim. Seine Mutter sei alkoholabhängig gewesen, seinen Vater habe er nie kennengelernt. Mit zwölf Jahren griff er zum ersten Mal zum Alkohol, spätestens mit 16 war er abhängig. Therapien waren erfolglos. Auch im Gefängnis saß er schon.

An drei Fortsetzungsterminen sollen bis zum 18. September 2012 acht Zeugen und zwei Sachverständige zum Fall gehört werden.
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel