Urteil Zu gefährlich für die Allgemeinheit

Asperg / Bernd Winckler 29.01.2019

Zu gefährlich für die Allgemeinheit: Die Schwurgerichtskammer des Stuttgarter Landgerichts schickte den 24-jährigen Mann, der in einer Haftzelle auf dem Hohenasperg einem anderen Patienten einen Löffelstiel ins Auge stach (die BZ berichtete), in die geschlossene Psychiatrie. Er ist im Sinne des Strafrechts infolge schwerer psychischer Störung nicht schuldfähig.

Den wirklichen Grund, warum der Angeklagte in der Nacht zum 26. Juni 2018 in einem Haft-Krankenzimmer des Hohenasperger Justizvollzugskrankenhauses dem Opfer plötzlich den Stiel eines Plastiklöffels sechs Zentimeter tief in das Auge drückte, konnten die Richter nicht herausfinden. Der 24-Jährige hatte in ersten Vernehmungen angegeben, der andere habe den Propheten Mohammed beleidigt. Davon jedoch distanzierte sich der Angeklagte im Prozess vor der Schwurgerichtskammer wieder deutlich.

Krise als Grund angegeben

Als wirklichen Grund gab er an, er habe in der Tatnacht eine Krise gehabt, es sei ihm schlecht gegangen. Außerdem habe er Drogen konsumiert. Und als schließlich der Löffelstiel im Auge des damals schlafenden Opfers steckte, sei es ihm plötzlich besser gegangen. Im Verfahren kam eine psychiatrische Gutachterin zum Schluss, dass er generell an einer schweren Psychose leidet. Gestern wurde der richterliche Beschluss verkündet, dass der Angeklagte in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung eingewiesen wird. Bestrafen durfte die Justiz den Mann wegen des Verbrechens nicht, da er krankhaft bedingt das Unrechte seines Tuns nicht habe einsehen können. Doch die Allgemeinheit müsse vor ihm geschützt werden. Immerhin besteht die Gefahr, dass weitere Taten von dem Angeklagten ausgehen.

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