Osmanen Versuchter Mord durch Rockergruppierung

Kornwestheim / Bernd Winckler 14.11.2018

Ein neuer Prozess gegen fünf mutmaßliche Mitglieder der, seit drei Monaten verbotenen Rockergruppierung Osmanen Germania BC, hat vor dem Stuttgarter Landgericht begonnen. Es geht um versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung. Das Quintett soll im Februar dieses Jahres in Kornwestheim gemeinschaftlich einen 26-Jährigen durch Schläge und Stiche fast getötet haben.

Der Hauptangeklagte, ein 26-Jähriger aus Kornwestheim soll laut der dicken Anklageschrift zusammen mit den vier 20- bis 27-jährigen Mitbeschuldigten am 12. Februar das ebenfalls aus Kornwestheim stammende spätere Opfer zunächst ausspioniert haben, ehe die Gruppe mit Macheten und Schlagwerkzeugen bewaffnet, dem 26-Jährigen eine Abreibung zuteil werden ließ. Der Mann war gegen 18 Uhr dabei, in der Dorfwiesenstraße in Kornwestheim, in sein dort abgestelltes Fahrzeug einzusteigen, als das „Kommando“, wie es in der Anklage heißt, versuchte ihn aus dem Auto zu zerren.

Stiche ins Bein

Der 26-Jährige wehrte sich bis er mit einer Machete einen Stich in den Oberschenkel bekam sowie Schläge auf den Kopf. Es folgten insgesamt sieben Stiche auf Beine und Arme. Der Angriff sei „heimtückisch und hinterlistig“ ausgeführt worden, heißt es in der Anklage: Ein gemeinschaftliches Verbrechen des versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Das Opfer wurde ins Ludwigsburger Klinikum eingewiesen. Zehn Tage später klickten bereits die Handschellen. Der Hauptangeklagte und ein Freund wurden am 21. Februar in Kornwestheim festgenommen. Die übrigen drei Beschuldigten wurden am 6. März und am 29. Juni festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.  Die Gruppe soll der nationaltürkischen Gruppierung der Osmanen Germania BC angehören. Bei der Tat könnte es sich um eine Art Racheakt gegen ein Mitglied der verfeindeten kurdischen Bahoz-Bewegung handeln, vermutet die Stuttgarter Staatsanwaltschaft.

Das Landgericht Stuttgart hat zwölf Verhandlungstage angesetzt. Dabei gibt es ein Problem: Das Opfer wird zwar am 12. Dezember als Zeuge geladen, wird aber keinerlei Aussagen machen. Aus diesem Grunde appellierte die Richterin an die Angeklagten und deren Verteidiger, den Prozess „mit Vernunft“ durchzuziehen, damit man feststellen könne, was in Kornwestheim passierte. Die Angeklagten könnten Straferlasse bekommen, wenn sie jetzt geständig sind, „nicht erst am Schluss der Beweisaufnahme“, so die Richterin. Am 16. Januar sollen die Urteile verkündet werden.

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel