In Stuttgart oder Heidelberg gibt es das Modell bereits. Nun soll es auch in Bietigheim-Bissingen eingeführt werden. Wie der Gemeinderat beschlossen hat, will die Stadt ab dem kommenden Jahr die Anschaffung von Elektro-Lastenrädern sowie muskelbetriebenen Lastenrädern und Lastenanhängern finanziell fördern. Dafür steht ein Fördertopf von zunächst 15 000 Euro bereit.

„Der Umstieg vom eigenen Kraftfahrzeug etwa auf ein Lastenrad zur Nutzung für den Waren- und Personentransport sollte auch in Bietigheim-Bissingen für möglichst viele Menschen, insbesondere Familien und Alleinerziehende, erleichtert werden“, begründete die Stadtverwaltung in ihrer Vorlage das neue Angebot. Um die Verkehrssituation zu verbessern, müssten umweltfreundliche und nachhaltige Alternativen zum Auto attraktiver gemacht werden.

Forderung der GAL

Die Verwaltung hat damit eine Forderung der Grün-Alternativen Liste (GAL) aufgegriffen, die diese bereits im November 2018 in einem Antrag formuliert hatte. Entgegen dem Antrag bezieht sich die Förderung nicht nur auf elektrisch betriebene Lastenräder, sondern auch auf rein muskelbetriebene sowie Lastenanhänger. Der Fördersatz beträgt 30 Prozent des Anschaffungspreises bis zu bestimmten Obergrenzen (siehe Infokasten).

„Man sieht immer mehr Lastenräder in Bietigheim-Bissingen“, sagte Stadtrat Albrecht Kurz (GAL). Ziel sei es, diese auch für die normale Bevölkerung attraktiv zu machen. Die GAL habe eine noch höhere Förderung und einen Nachhaltigkeitsbonus angestrebt, könne aber den jetzigen Beschluss trotzdem mittragen.

Dagegen hegt CDU-Fraktionschef Thomas Wiesbauer die Befürchtung, dass Leute, die es finanziell gar nicht nötig haben, die Zuschüsse ebenfalls in Anspruch nehmen. So könne auch ein Porschefahrer die Förderung abgreifen, meinte Wiesbauer. „Ich halte es für einen Werbegag und ein bisschen Klientelpolitik“, sagte er. Wiesbauer und CDU-Stadtrat Marcus List stimmten daher gegen den Vorschlag. Ansonsten wurde dieser bei fünf Enthaltungen gebilligt.

Die Kriterien für eine Förderung durch die Stadt


Elektrolastenräder: Diese werden laut dem Beschluss des Gemeinderats bei der Neuanschaffung mit einem Zuschuss von 30 Prozent des Preises, maximal 1000 Euro gefördert.

Muskelbetriebene Lastenräder oder Lastenanhänger: Hier gibt es bei der Anschaffung einen einmaligen Zuschusses von ebenfalls 30 Prozent der Anschaffungskosten, jedoch nur bis zu einer Grenze von 300 Euro bei muskelbetriebenen Lastenrädern oder 100 Euro bei Anhängern.

Aktionslogo: Der Zuwendungsempfänger muss sich verpflichten, das geförderte E-Lastenrad, das muskelbetriebene Lastenrad oder den Lastenanhänger mit einem Aufkleber (Aktionslogo) zu versehen. Dieser weist auf die Förderung durch die Stadt hin.

Voraussetzungen: Das Lastenrad muss unter anderem für eine Zuladung von mindestens 40 Kilo zugelassen sein und ein Transportvolumen von 140 Liter aufweisen. Eine rein gewerbliche Nutzung ist nicht förderfähig, pro Haushalt wird nur ein Rad gefördert.

Fördertopf: Zunächst stehen 15 000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Bei einem Erfolg soll eine Erhöhung auf 20 000 Euro im Jahr 2021 geprüft werden. um